Ein Mann arbeitet zu Hause an einem Laptop in seinem Homeoffice. | dpa

Rückkehr in die Büros Nur noch ein Viertel arbeitet im Homeoffice

Stand: 29.07.2021 10:23 Uhr

In Deutschland arbeitet nach einer Schätzung des Münchner ifo-Instituts nur noch etwa jeder vierte Beschäftigte von zuhause aus. Allerdings ist die Homeoffice-Quote je nach Branche recht unterschiedlich.

Nach dem Ende der Homeoffice-Pflicht im Juni ist die Zahl der Beschäftigten, die wieder im Büro arbeiten, weiter gestiegen. Im Juli arbeitete nach einer neuen Schätzung des Münchner ifo-Instituts nur noch ein Viertel der Beschäftigten (25,5 Prozent) zumindest zeitweise zuhause, eine Fortsetzung des rückläufigen Trends der vergangenen Monate. Im Juni waren es noch 28,4 Prozent, im März gar knapp ein Drittel.

Als Grund nennt Jean-Victor Alipour, Homeoffice-Experte beim ifo-Institut, den Wunsch vieler Arbeitnehmer nach mehr direkten Begegnungen mit ihren Kollegen. "Die Menschen suchen wieder häufiger den persönlichen Kontakt im Büro", so Alipour. Er erwartet, dass sich in Zukunft vor allem hybride Arbeitsmodelle durchsetzen werden. Viele Beschäftigte würden zwei Tage im Homeoffice und drei Tage im Büro arbeiten - oder umgekehrt.

Rückgang auch im Dienstleistungsbereich

Der Anteil der Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen, die zumindest teilweise im Homeoffice arbeiten, ist mit gut 35 Prozent nach wie vor in den Dienstleistungsberufen am höchsten. Im März lag die Quote noch bei knapp 43 Prozent. Bei Fernseh- und Radiosendern kehrten besonders viele Beschäftigte ins Büro zurück. Nach 60,9 Prozent im Juni waren im Juli nur noch 36,9 Prozent zumindest teilweise im Homeoffice. Auch im Verlagswesen fiel der Wert deutlich. Im Juli waren es noch 40,3 Prozent, nach 50,4 Prozent im Vormonat.

Im verarbeitenden Gewerbe sank der Anteil der Beschäftigten im Homeoffice auf nun 18 Prozent, nach knapp 21 Prozent im Juni. Besonders deutlich war der Rückgang bei den Getränkeherstellern (Juli: 5,3 Prozent, zuvor 13,7) und in der Chemieindustrie (Juli: 18,2 Prozent, zuvor 25,3). In der mit 800.000 Beschäftigten der größten Branche, der Autoindustrie, sank die Quote auf 26 Prozent. Im ebenfalls beschäftigungsintensiven Maschinenbau sank die Zahl der Heimarbeiter auf 22,5 Prozent.

Auch im Großhandel und im Baugewerbe arbeiten immer weniger Menschen von zu Hause aus. Dagegen ist die Homeoffice-Quote in der Forschung und Entwicklung sowie in der Bekleidungsindustrie im Juli leicht angestiegen. Auch in der Pharmaindustrie ist der Anteil der Beschäftigten im Homeoffice mit knapp 36 Prozent weiterhin überdurchschnittlich hoch.

Über dieses Thema berichtete BR24 am 29. Juli 2021 um 14:04 Uhr.