Ein Radfahrer fährt mit einem E-Bike in einer Fahrradstraße.  | dpa

Boom der E-Bikes Mit Fahrradgetrieben an die Börse

Stand: 21.05.2021 14:03 Uhr

Die Nachfrage nach Elektrofahrrädern steigt ungebremst. Davon profitiert auch der Getriebehersteller hGears aus dem Schwarzwald. Mit dem Börsengang verschafft er sich Geld für weiteres Wachstum.

Bisher war der Getriebehersteller hGears aus dem Schwarzwald wohl vor allem Fahrrad-Profis ein Begriff. Dabei sind Getriebe und Antriebswellen in vielen neuen Rädern verbaut. Nach Angaben des Unternehmens war im vergangenen Jahr jedes zweite E-Bike mit Teilen des Zulieferers ausgestattet.

Nun hat sich hGears auf das Börsenparkett gewagt - und dabei einen ordentlichen Start hingelegt. Der erste Preis der Aktie lag mit 27,50 Euro klar über dem Ausgabepreis von 26 Euro. Dabei profitiert hGears unter anderem vom Fahrrad-Boom der Corona-Pandemie. Tim Bachmann, Fondsmanager beim Vermögensverwalter DWS, sieht "strukturell eine zunehmende Akzeptanz durch die gesamten Gesellschaftsschichten hinweg für das Verkehrsmittel Fahrrad". Diese werde auch in Zukunft bestehen.

Verkaufschancen vor allem im Ausland

Der Experte geht davon aus, dass im Jahr 2025 die E-Bikes bereits die Hälfte aller in Europa verkauften Fahrräder ausmachen werden. "Das große Potenzial schlummert noch außerhalb von Europa, beispielsweise in Großbritannien oder den USA." 

Auf diesen Trend setzt auch hGears. Das Unternehmen will in den kommenden Jahren weiter kräftig wachsen. Der Börsengang schaffe dafür die Bedingungen, sagte hGears-Chef Pierluca Sartorello. Das Debüt auf dem Parkett brachte dem Konzern gut 173 Millionen Euro ein. 62 Millionen Euro davon fließen in die Kasse des Unternehmens, der Rest geht an Altaktionäre mit ihren Beteiligungen am Unternehmen.

Werke in drei Ländern

Mit den Einnahmen aus dem Börsengang will der 1958 als Herzog GmbH gegründete Hersteller die Produktion erweitern. Derzeit beschäftigt er gut 860 Mitarbeiter in drei Werken in Deutschland, Italien und China. Auch für Elektroautos stellt hGears Zahnräder und Antriebswellen her. Das Unternehmen ist Zulieferer etwa der Konzerne Bosch und Schaeffler.

Mittelfristig hat sich gGears vorgenommen, den Umsatz auf 250 Millionen Euro zu verdoppeln. Knapp zwei Drittel des Geschäfts sollen dann auf Teile für E-Autos und E-Bikes entfallen.

Mit Informationen von Constantin Röse, ARD-Börsenstudio

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 21. Mai 2021 um 13:35 Uhr.