Ein Auszubildender arbeitet an einem Stromkasten | dpa

Heil wirbt für Ausbildungsprämie Es soll keinen "Corona-Jahrgang" geben

Stand: 22.06.2021 05:07 Uhr

Im September beginnt das zweite Ausbildungsjahr seit Beginn der Corona-Pandemie. Die Bundesregierung unterstützt Lehrbetriebe mit Ausbildungsprämien, doch Arbeitsminister Heil hat dennoch Sorge vor einem Corona-Knick auf dem Lehrstellenmarkt.

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil sieht den deutschen Ausbildungsmarkt nach Monaten der Pandemie vor einer kritischen Phase. Die Zahl der Ausbildungsplätze wie der Bewerber sei bereits im vergangenen Jahr zurückgegangen, sagte der Minister. Zahlen des Bundesinstituts für Berufsbildung belegen das. Die Bewährungsprobe kommt in diesem Sommer", sagte Heil der Funke-Mediengruppe.

"Wir kämpfen derzeit gegen die Uhr, da am 1. September das Ausbildungsjahr beginnt." Klar sei: "Wir dürfen keinen Corona-Jahrgang in der Ausbildung zulassen."

6000 Euro Prämie pro Lehrstelle

Viele Unternehmen zögerten derzeit, weil sie glaubten, sich Auszubildende im Moment nicht leisten zu können. Heil rief Betriebe auf, staatliche Unterstützungsangebote wie die Ausbildungsprämie stärker zu nutzen. Die Prämie sei seit vergangenen Sommer für knapp 40.000 Ausbildungsplätze bewilligt worden.

Heil verwies darauf, dass es seit Anfang Juni den neuen Schutzschirm für Ausbildung gibt. Im März wurde die Prämie zudem verdoppelt. Pandemiebetroffene Betrieben, die ihre Ausbildungsquote halten, bekommen somit seit Anfang Juni 4000 Euro pro Lehrstelle, bei neuen Azubi-Stellen sind es 6000 Euro.

Das Programm hat laut Bundesarbeitsministerium ein Gesamtvolumen von 410 Millionen Euro für das laufende Jahr. Bis Mitte Juni wurden davon rund 88 Millionen Euro und somit knapp ein Fünftel ausbezahlt.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 22. Juni 2021 um 06:00 Uhr.