Blick auf das Logo des Chemiekonzerns Bayer AG an der Berliner Müllerstraße. | dpa

Glyphosat-Verfahren in den USA Bayer erzielt wichtige Einigung

Stand: 03.02.2021 20:28 Uhr

Der Bayer-Konzern hat sich im Streit über einen milliardenschweren Glyphosat-Vergleich mit US-Klägern auf einen Kompromiss geeinigt. Allerdings wird die Einigung damit teurer als gedacht. Und die Zustimmung des Gerichts steht noch aus.

Der Bayer-Konzern kann auf eine Lösung im Streit über seinen glyphosathaltigen Unkrautvernichter Roundup hoffen: Wie das Unternehmen am Abend mitteilte, einigte man sich mit den Klägeranwälten in den USA auf die Handhabung und Beilegung künftiger Klagen wegen möglicher Krebsrisiken durch das Mittel.

Der Kompromiss beinhaltet demnach unter anderem die Zusage von bis zu zwei Milliarden Dollar, für die Bayer bereits im vergangenen Jahr Rückstellungen gebildet hatte. Den Angaben zufolge wird mit dem Geld ein Fonds aufgelegt, aus dem in Frage kommende künftige Kläger zunächst in den kommenden vier Jahren Kompensationszahlungen erhalten sollen.

Bundesrichter hatte ersten Kompromiss abgelehnt

Gebilligt werden muss der Kompromiss allerdings noch vom zuständigen US-Bundesrichter Vince Chhabria. Sollte dieser zustimmen, wäre Bayer einen großen Schritt weiter auf dem Weg zur Beilegung der meisten Rechtsstreitigkeiten, die Bayer sich mit der Übernahme des Roundup-Herstellers Monsanto im Jahr 2018 aufgehalst hatte. Das gesamt Vergleichspaket würde Bayer dann rund 11,6 Milliarden Dollar kosten - inklusive der bis zu 9,6 Milliarden Dollar für bestehende Klagen.

Chhabria hatte bereits im Juni vergangenen Jahres ein fertiges Vergleichspaket zurückgewiesen. Der Richter störte sich damals besonders an einem Vorschlag Bayers, ein unabhängiges Wissenschaftsgremium zum Umgang mit künftigen Glyphosat-Klagen einzurichten. Chhabria zweifelte die Rechtmäßigkeit einer solchen Lösung an und stufte sie als Nachteil für mögliche künftige Kläger ein.

Im nun geschlossenen Kompromiss ist zwar ein wissenschaftliches Beratergremium vorgesehen - dessen Erkenntnisse sollen aber rechtlich nicht bindend sein.

Krebsrisiko durch Glyphosat umstritten

Ob Glyphosat krebserregend ist, ist umstritten: Zahlreiche Behörden, darunter die US-Umweltbehörde EPA und die Europäische Chemikalienagentur, stufen das Herbizid als nicht krebserregend ein. Die Krebsforschungsagentur IARC dagegen bewertete den Wirkstoff 2015 als "wahrscheinlich krebserregend". Auf diese Einschätzung beriefen sich die Kläger.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 04. Februar 2021 um 11:00 Uhr.