Ein Elektroauto von Foxconn | REUTERS

E-Mobilität von Foxconn Erst Smartphones, jetzt Autos

Stand: 18.10.2021 15:14 Uhr

Der Markt für E-Autos boomt. Nun steigt ein weiteres Unternehmen mit ein: Der Elektronikriese Foxconn will mit drei eigenen Modellen den Markt erobern.

Eigentlich stellt Foxconn Smartphones her, unter anderem die iPhones für Apple. Nun hat das taiwanesische Unternehmen angekündigt, künftig auch Elektroautos zu produzieren. Gefertigt werden sollen die Autos für Firmen in China, Nordamerika, Europa und anderen Märkten, sagte der Chef des taiwanischen Unternehmens, Young Liu.

Der Konzern präsentierte heute am Firmensitz drei Fahrzeuge mit Elektromotor: eine Limousine, einen sportlichen Geländewagen (SUV) und einen Bus. Die Limousine, welche zusammen mit dem italienischen Designbüro Pininfarina entwickelt wurde, solle 2023 auf den Markt kommen, teilte das Unternehmen mit. Vor allem bei der Reichweite sollen die Wagen punkten: Die Limousine soll mit einer Akkuladung 750 Kilometer weit kommen, der Elektrobus soll eine Reichweite von etwas weniger als 400 Kilometern haben. Foxconn hat nach eigenen Angaben allein 2020 rund zehn Milliarden Taiwan-Dollar in die Entwicklung von Elektroautos gesteckt. 

An Kundenwünsche angepasst

Die Kunden könnten Aussehen und Eigenschaften der Fahrzeuge anpassen, teilte das Unternehmen mit. Die Zeitung "Taiwan News" berichtete vergangene Woche, dass Stellantis, der aus der Fusion von Fiat Chrysler und Peugeot hervorgegangene Autohersteller, zu den potenziellen Kunden gehöre. Dies bestätigte Liu heute jedoch nicht.

Produzieren will das Unternehmen die Autos für Kunden wie etwa Autohersteller Fisker und die taiwanische Gruppe Yulong. Gemeinsam mit Fisker kündigte Foxconn erst kürzlich an, zusammen Autos zu entwickeln. Die Produktion der Fahrzeuge soll dann Ende 2023 beginnen. Auch über eine Zusammenarbeit mit Apple wird seit längerem spekuliert, nun werden die Gerüchte wieder lauter.

Foxconn kauft sich in Autofabriken ein

Foxconn ist unter anderem der weltweit größte Zulieferer für Hersteller von Smartphones wie Apple. Für die Produktion von Elektroautos gründete Foxconn ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem taiwanischen Hersteller Yulon Motor und kaufte erst kürzlich für 230 Millionen Dollar vom US-Startup Lordstown Motors ein Autowerk im US-Bundesstaat Ohio. Zuvor war der taiwanesische Konzern bereits beim ins Straucheln geratenen Elektroauto-Entwickler Byton eingestiegen, um ihn bei dem für Anfang 2022 angepeilten Produktionsstart des ersten Modells M-Byte zu unterstützen.