Das Facebook-Logo vor einer australischen Flagge. | REUTERS

Australisches Mediengesetz News Corp und Facebook einigen sich

Stand: 16.03.2021 12:35 Uhr

Facebook wird den australischen Medienkonzern News Corp künftig für Inhalte bezahlen. Zuvor hatte der Streit des Sozialen Netzwerks mit der australischen Regierung hohe Wellen geschlagen.

Facebook und der von Rupert Murdoch gegründete Konzern News Corp haben sich auf Zahlungen für journalistische Inhalte des Medienunternehmens geeinigt. Die Vereinbarung laufe zunächst drei Jahre und umfasse unter anderem die Zeitung "The Australian" und das Nachrichtenportal "news.com.au", so News Corp. Details sind bislang nicht bekannt.  

In einer Mitteilung hieß es, Millionen von Facebook-Nutzern in Australien solle über das Angebot "Facebook News" Zugang zu vertrauenswürdigen Nachrichten und Informationen verschafft werden. News Corp Australia ist das größte Medienunternehmen Australiens.

Facebook will "Facebook News" im Mai auch in Deutschland starten. Dafür hat der Konzern Kooperations-Vereinbarungen mit einigen Verlagshäusern geschlossen. Auch für den deutschen Markt hatte das US-Unternehmen zuvor angekündigt, für digital verbreiteten Journalismus Geld zu bezahlen.

Weltweiter Medienkonzern

Wegen seiner Marktmacht weltweit und in Australien ist das Medienimperium News Corp umstritten. Das "New York Times Magazine" schrieb 2019, Murdochs Medienkonzern habe wie kein zweiter die rechtspopulistische Welle in den USA und anderen Ländern "ermöglicht, gefördert, und von ihr profitiert".

Zum News-Corp-Konzern gehören unter anderem angesehene Tageszeitungen wie die Londoner "Times" und das "Wall Street Journal". Auch die Verlagsgruppe Harper Collins und die US-Sendergruppe Fox sind Teil von News Corp.

"Die Vereinbarung mit Facebook ist ein Meilenstein in der Gestaltung der Rahmenbedingungen für den Journalismus und wird einen maßgeblichen und bedeutenden Einfluss auf unsere australischen Nachrichtengeschäfte haben", sagte News-Corp-Chef Robert Thomson.

Facebooks Leiter für Nachrichtenpartnerschaften in Australien, Andrew Hunter, erklärte, durch den Deal erhielten die 17 Millionen Facebook-Nutzer in dem Land "Zugriff auf Premium-Nachrichtenartikel und Eilmeldungen in Videoform über News Corps Netzwerk von Nachrichtenredaktionen aus allen Städten und ländlichen Gebieten".

Hart umkämpftes Gesetz

Ende Februar hatte Australien nach längerem Disput ein Gesetz erlassen, wonach Internetplattformen nach für Medieninhalte zahlen müssen, die Nutzer und Werbeeinnahmen auf ihre Plattformen bringen. Zweck des Gesetzes ist es, die Werbeeinnahmen der Plattformen künftig gerechter zu verteilen.

Die Schöpfer der Medieninhalte, die über Facebook, Google oder andere Plattformen an die Nutzer verbreitet werden, sollen an den Einkünften teilhaben. Aus Protest gegen das Gesetz hatte Facebook Nachrichteninhalte und auch Regierungsseiten gesperrt und damit weltweit für Aufsehen gesorgt.

Google hatte bereits im Februar eingelenkt und sich mit mehreren Medienunternehmen auf Zahlungen für journalistische Inhalte geeinigt, darunter auch mit News Corp.

Milliardengewinne der Internetkonzerne

Australien ist das erste Land, das ein Gesetz dieser Art verabschiedet hat. Weltweit versuchen Regierungen seit Jahren, den Einfluss der US-Technologieriesen einzudämmen. Kritiker beklagen, dass den Internetkonzernen zu viel Marktmacht und publizistischer Einfluss eingeräumt werde. Außerdem entzögen sich die Konzerne durch legale Steuertricks ihren finanziellen Verpflichtungen.

Facebook und Google erzielen enorme Gewinne: Im abgelaufenen Jahr erwirtschaftete das Soziale Netzwerk unter dem Strich fast 30 Milliarden Dollar. Die Google-Mutter Alphabet machte mehr als 40 Milliarden Dollar Gewinn.   

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 23. Februar 2021 um 15:35 Uhr.