Verwaltungshochhaus von Eon

Investition in Energiewende e.on steckt Milliarden in Netzausbau

Stand: 23.11.2021 11:09 Uhr

Der neue e.on-Chef Leonhard Birnbaum hat große Pläne: In den kommenden fünf Jahren will der Energiekonzern 27 Milliarden Euro investieren. Das meiste Geld soll in den Ausbau der Energienetze fließen.

Der Energiekonzern e.on will Milliarden investieren, um das Wachstum und die Digitalisierung seines Geschäfts zu beschleunigen. Bis 2026 sollen insgesamt rund 27 Milliarden Euro in das Kerngeschäft investiert werden. Ein Großteil der Summe, 22 Milliarden Euro, solle in den Ausbau der Energienetze und damit in die Energiewende fließen, teilte e.on mit.

Fünf Milliarden Euro will e.on in die Digitalisierung des Kundengeschäfts stecken. Das Kerngeschäft von e.on umfasst die Geschäftsaktivitäten ohne die auslaufende Atomenergie.

"Schlüsseldekade des Wachstums"

Ohne die Infrastruktur von e.on gebe es keine Energiewende, erklärte Thomas König, im Vorstand zuständig für Energienetze. In den kommenden fünf Jahren werde e.on zusätzliche 35 bis 40 Gigawatt aus erneuerbaren Energien an seine Netze anschließen. Hinzu komme der Ausbau für Millionen Wärmepumpen, Batteriespeicher und die Elektromobilität. Die Energiewende ist für e.on und die gesamte Branche ein Wachstumsmarkt: "Durch die Dekarbonisierung unserer Volkswirtschaften steht die Energiewirtschaft vor einer Schlüsseldekade des Wachstums", erklärte Vorstandschef Birnbaum.

Der Konzern versucht, das vermutete Wachstum auch konkret zu beziffern. Denn die Investitionen sollen sich für das Unternehmen und die Investoren auszahlen: Der Ergebnisbeitrag der Netze werde durch die jetzt beschlossenen Investitionen pro Jahr um drei bis vier Prozent bis 2026 wachsen, rechnete e.on vor.

Die digitale Plattform

Bei den Digitalisierungsbemühungen plane e.on eine digitale Plattform, um alle Kunden, also Privat-, Geschäfts- und Industriekunden sowie Städte und Gemeinden, "effizient und kundenfreundlich" zu bedienen, erklärte der fürs Kundengeschäft zuständige Vorstand Patrick Lammers. e.on wolle zudem innovative Lösungen und Dienstleistungen rund um das Energiesystem in Häusern mit eigener grüner Stromerzeugung, Heizung und Kühlung sowie Energiemanagement bringen. 

Für elektrisch betriebene Fahrzeuge plant e.on rund 5000 neue Schnellladepunkte bis 2026. Für das Ruhrgebiet will der Konzern ein Wasserstoffnetz aufbauen. Europaweit hat e.on insgesamt rund 50 Millionen Kunden.  

Ferner sei die Veräußerung von nicht mehr passenden Geschäften beabsichtigt, genauso wie das Eingehen neuer Geschäftspartnerschaften. Durch die Optimierung des Portfolios rechnet e.on in den nächsten fünf Jahren mit Erlösen von zwei bis vier Milliarden Euro. Durch verschiedene Maßnahmen will das Management zudem bis 2026 Einsparungen in Höhe von rund 500 Millionen Euro pro Jahr erreichen.

Auch RWE hat Pläne

Vor einigen Tagen hatte bereits RWE Pläne für die kommenden Jahre vorgestellt. Bis 2030 will das Unternehmen insgesamt 50 Milliarden Euro investieren, um mehr Strom aus erneuerbaren Energien zu erzeugen. Der Essener Stromversorger will seinen Anteil an Strom aus erneuerbaren Energien bis 2030 auf 50 Gigawatt im Jahr steigern - doppelt so viel wie derzeit.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 23. November 2021 um 07:35 Uhr.