Elon Musk  | picture alliance / Flashpic

Gewinnsprung bei Autokonzern Tesla-Rekord beschert Musk Milliarden

Stand: 21.04.2022 09:34 Uhr

Nach einem Rekordquartal kann sich Tesla-Chef Elon Musk über eine Vergütung freuen, die ihm weitere 23 Milliarden Dollar einbringt. Das erleichtert ihm den geplanten Kauf des Kurznachrichtendienstes Twitter.

Elon Musk hat allen Grund zu strahlen. Sein Elektroautounternehmen Tesla hat zwischen Januar und März den schwierigen Bedingungen auf dem Automarkt mit globalen Lieferkettenproblemen und steigenden Preisen der Zulieferer getrotzt. Der Konzern übertraf mit neuen Rekorden bei Erlösen und Gewinn die Erwartungen der Analysten teils deutlich.

Tesla teilte gestern nach US-Börsenschluss mit, im ersten Quartal den Umsatz um 81 Prozent auf 18,8 Milliarden Dollar gesteigert zu haben. Der Nettogewinn schnellte um 658 Prozent auf 3,3 Milliarden Dollar nach oben. Zudem lieferte Tesla 310.000 Autos aus - so viele wie noch nie.

Tesla schlägt der Inflation ein Schnippchen

Dabei waren die Ausgangsvoraussetzungen für neue Rekorde keineswegs ideal: Musk sagte, dass die Inflation bei der Versorgung mit Bauteilen unterschätzt werde - einige Zulieferer hätten die Preise um 20 bis 30 Prozent erhöht. Vor allem die steigenden Preise für Lithium seien eine Herausforderung.

Doch zumindest im ersten Quartal hatte der Tesla-Chef die Auswirkungen der Inflation erfolgreich gekontert: durch Preiserhöhungen für seine Elektroautomodelle. "Der Preisanstieg liegt schön über der Kosteninflation", unterstrich Craig Irwin, Senior Research Analyst bei Roth Capital. Weitere Preiserhöhungen im Laufe des Jahres sind Analysten zufolge nicht auszuschließen.

Zahlen-Hattrick lässt Musk-Vermögen steigen

Das Rekordquartal von Tesla hat unmittelbare Folgen für das Vermögen des Firmenchefs. Musk - laut der "Real-Time Billionaires"-Liste von Forbes mit 263 Milliarden Dollar ohnehin bereits der reichste Mensch der Welt - dürfte um weitere 23 Milliarden Dollar reicher werden.

Denn durch den Zahlen-Hattrick werden drei Vergütungstranchen ausgelöst. Jede davon gibt Musk die Möglichkeit, 8,4 Millionen Tesla-Aktien zum Preis von jeweils 70,01 Dollar zu kaufen - das bedeutet einen Rabatt von über 90 Prozent auf den Schlusskurs vom Mittwoch an der Nasdaq (977,20 Dollar). Daraus resultiert ein Kursgewinn von 23 Milliarden Dollar insgesamt oder knapp 7,7 Milliarden Dollar pro Tranche.

Verkauft Musk Tesla-Aktien für den Twitter-Kauf?

Das dürfte die Spekulationen, Musk könnte einen Teil seiner Tesla-Aktien verkaufen, um den Kauf von Twitter zu stemmen, aufs Neue befeuern. Musk hatte vergangene Woche angekündigt, für mehr als 40 Milliarden Dollar den Kurznachrichtendienst Twitter übernehmen zu wollen.

Einige Branchenexperten fürchten, das umstrittene Vorhaben und die damit verbundene Debatte über Meinungsfreiheit im Internet könnte den Unternehmer ablenken vom Tesla-Geschäft.

Tesla pirscht sich an Audi heran

Dabei hat sich Musk mit Tesla auch für dieses Jahr viel vorgenommen. Der Firmenchef plant, 2022 mehr als 1,5 Millionen Fahrzeuge zu bauen. Damit würde Tesla ganz nah an die VW-Premium-Tochter Audi heranrücken, die im vergangenen Jahr fast 1,7 Millionen Fahrzeuge an ihre Kunden brachte.

Der US-Konzern zeigte sich zudem zuversichtlich, über mehrere Jahre hinweg die Auslieferung um 50 Prozent jährlich steigern zu können - in diesem Jahr könnten möglicherweise 60 Prozent erreicht werden. Anleger zeigten sich von den Zahlen und dem Ausblick erfreut, die Tesla-Aktie kletterte im nachbörslichen US-Handel um sechs Prozent.

Kein konkreter Zeitplan für Grünheide

Helfen bei der Expansion soll auch die neue Fabrik in Grünheide. Langfristig sollen dort pro Jahr rund 500.000 E-Autos vom Band laufen, doch davon ist das Unternehmen derzeit noch weit entfernt. Einen konkreten Zeitplan für Grünheide nannte Musk nicht.

In einer Konferenzschalte mit Analysten und Investoren sagte er lediglich, dass der Ausbau der Produktion durch ein Team erfahrener Mitarbeiter unterstützt werde und der Konzern eine Menge aus den Fertigungsstarts des Model Y in der US-Hauptfabrik in Fremont und in Shanghai gelernt habe.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 21. April 2022 um 13:55 Uhr.