Die Logos zahlreicher Geschäfte hängen an den Fassaden der Häuser in der in der Innenstadt von Oldenburg (Archivbild). | dpa

Deutsche Einzelhändler Gasversorgung auch bei Notlage?

Stand: 05.07.2022 15:28 Uhr

Die deutschen Einzelhändler gehen davon aus, auch im Fall einer Gas-Notlage weiter versorgt zu werden. Dennoch blicken die Unternehmen wenig optimistisch auf die kommenden Monate.

Der Lebensmittel-Einzelhandel geht davon aus, auch im Falle einer Gas-Notlage mit ausreichend Energie versorgt zu werden. Man sei in ständigem Austausch mit der Bundesnetzagentur, sagte Stefan Genth, Hauptgeschäftsführer des Branchenverbands HDE: "Die Bundesnetzagentur setzt an, um eine Aufrechterhaltung dieser Lieferketten auch bei einer Gas-Notlage zu ermöglichen."

Dennoch sei das nicht genug: Der Verband forderte, dass Unternehmen und Verbraucher durch die hohen Energiepreise nicht überlastet werden dürften. Die Politik müsse angesichts der großen Unsicherheiten jetzt handeln, forderte der HDE. Denn laut einer Umfrage des Branchenverbands haben bereits jetzt rund 27 Prozent der Verbraucher Angst, ihre Ausgaben nicht mehr mit ihrem Einkommen begleichen zu können. Darum beginnen viele der Verbraucher bereits jetzt zu sparen - mit negativen Auswirkungen für die Einzelhändler.

Einzelhändler rechnen mit sinkenden Umsätzen

Darum blicken die Einzelhändler hierzulande pessimistisch auf die kommenden Monate: Laut aktuellen HDE-Umfrageergebnissen rechnen derzeit 44 Prozent der Unternehmen mit sinkenden Umsätzen. "Der russische Krieg in der Ukraine und Corona-Lockdowns in Asien stören die Lieferketten, die Inflation steigt und die Energiekosten erreichen ungeahnte Höhen. Die Lage ist alles andere als einfach, die Zukunftsaussichten in vielerlei Hinsicht schwierig zu beurteilen", so der HDE-Hauptgeschäftsführer.

Selbst für den in den vergangenen Jahren boomenden Online-Handel sind die Prognosen nicht mehr so optimistisch - hier "flacht der Wachstumspfad ab", teilte der Branchenverband mit. Insgesamt erwartet der HDE für die Einzelhändler im laufenden Jahr zwar weiter ein nominales Umsatzwachstum von drei Prozent auf rund 607 Milliarden Euro. Inflationsbereinigt dürfte der Einzelhandel aber zwei Prozent ins Minus abrutschen. Zu Jahresbeginn hatte der Verband hier noch eine Stagnation erwartet. "Ohne den Krieg in der Ukraine hätten wir ein völlig anderes Bild", sagte Genth.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 01. Juni 2022 um 06:37 Uhr und NDR Info am 05. Juli 2022 um 06:48 Uhr.