Daimler EQS

Gegen Missbrauch der Prämie Längere Haltedauer für E-Autos geplant

Stand: 16.02.2022 15:12 Uhr

Wirtschaftsminister Habeck will die Förderung von E-Autos anpassen und die Mindesthaltedauer für die Fahrzeuge verlängern. Damit soll dem Missbrauch der Elektroauto-Förderung Einhalt geboten werden.

Um den Missbrauch der E-Auto-Förderung zu verhindern, will Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) die Mindesthaltedauer für die Fahrzeuge verlängern. Man prüfe im Zuge der ohnehin für 2023 geplanten Förderänderungen eine Ausdehnung der Haltedauer, teilte das Bundeswirtschaftsministerium heute mit und bestätigte damit einen Bericht der "Wirtschaftswoche". In Kreisen des Ministeriums hieß es, die Mindesthaltezeit solle dann auf ein Jahr steigen. Wer sein gefördertes E-Auto bereits nach weniger als einem Jahr verkauft, müsse die Förderung dann zurückzahlen.

E-Auto-Prämie als Geschäftsmodell

Aktuell beträgt die Mindesthaltedauer für E-Auto-Käufer nur sechs Monate. Doch das befördert offenbar den Missbrauch der Elektroauto-Förderung. E-Auto-Käufer bekommen aktuell bis zu 9000 Euro vom Staat. Käufer, die ihr Auto nach sechs Monaten ins Ausland verkaufen, können so einen Schnitt machen, verliert das Fahrzeug doch innerhalb von sechs Monaten in der Regel weniger an Wert.

Nach zwölf Monaten könnte die Sachlage schon wieder ganz anders aussehen, vermutet das Wirtschaftsministerium. Dann dürfte der Wertverlust des Neuwagens die E-Auto-Prämie übersteigen, ein Verkauf ins Ausland also weniger attraktiv sein.

Deutscher Staat fördert E-Mobilität im Ausland

Tatsächlich sei es "nicht Sinn der Förderung und der Regeln zur Mindesthaltedauer, dass geförderte Autos nach Ablauf der Mindesthaltedauer regelmäßig ins europäische Ausland weiterverkauft werden und dies zu einem Geschäftsmodell für Händler und Käufer wird", heißt es aus dem Ministerium.

Autoexperte Stefan Bratzel vom Center of Automotive Management (CAM) in Bergisch Gladbach schätzt, dass allein in den ersten neun Monaten 2021 rund 30.000 E-Autos als junge Gebrauchtwagen ins Ausland verkauft wurden, wie er der "Wirtschaftswoche" sagte. Konservativ geschätzt dürften "allein im Jahr 2021" bis zu 240 Millionen Euro staatliche Fördergelder für reine Elektrofahrzeuge nicht zweckgemäß verwendet worden sein.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 16. Februar 2022 um 14:00 Uhr.