Scarlett Johanson als "Black Widow" im gleichnamigen Disney-Film

Gage für "Black Widow" Disney und Johansson schließen Frieden

Stand: 01.10.2021 10:29 Uhr

Der Streit zwischen Scarlett Johansson und Disney wegen des Blockbusters "Black Widow" ist beigelegt. Der Hollywoodstar wird dafür entschädigt, dass der Film gleichzeitig im Kino und im Streaming startete.

Hollywood-Star Scarlett Johansson und der Disney-Konzern haben ihren Streit über eine finanzielle Entschädigung für den frühen Streaming-Start des Superhelden-Films "Black Widow" beigelegt. Beide Seiten erklärten, sie hätten sich geeinigt, ohne allerdings Details zu nennen.

Disney hatte Johansson vertraglich einen Anteil der Einnahmen an den Kinokassen zugesichert. Johanssons Grundgage soll bei 20 Millionen Dollar gelegen haben. Der Film sollte ursprünglich schon im vergangenen Jahr in die Kinos kommen, was wegen der Corona-Pandemie aber mehrfach verschoben wurde. "Black Widow" startete dann am 9. Juli in den Lichtspielhäusern und am gleichen Tag auf der Streaming-Plattform Disney+ zu einem Preis von 30 Dollar.

Schon 380 Millionen Dollar eingespielt

Johansson sah darin einen Vertragsbruch, der sie Millionen von Dollar gekostet habe. Ihr sei eine exklusive Filmveröffentlichung auf der Leinwand zugesagt worden, weil ihr Verdienst auf den Kinoeinnahmen basiere. Disney nannte die Klage "herzlos" angesichts der weltweiten Corona-Krise.  

Insgesamt hat der Film bislang rund 380 Millionen Dollar eingespielt. Zusätzlich soll Disney am Startwochenende auch rund 60 Millionen Dollar über den Streaming-Kanal Disney+ umgesetzt haben.

Kino in der Krise  

Disney ist nicht der einzige Konzern, der sich für diese Form der doppelten Vermarktung entschieden hat. Nach Ausbruch der Pandemie und der Schließung der Kinos hatte sich auch das Studio Warner Bros. dazu entschieden, Filme zeitgleich auf der Leinwand und per Streaming herauszubringen.

Früher dauerte es Wochen oder Monate, bis ein Film nach dem Kinostart auch auf heimischen Bildschirmen verfügbar war. Weil in vielen Ländern die Kinos monatelang dicht machten, hat sich die Filmbranche für eine breitere Vermarktungsstrategie entschieden, um auf diese Weise größere Einnahmen zu erwirtschaften.

Das Kino gerät durch den gigantischen Erfolg der Streamingdienste und den Trend zu immer fortgeschritteneren Möglichkeiten des Home-Entertainments unter steigenden Druck. Längst produzieren Unternehmen wie Netflix oder Amazon selbst Kinofilme, die sich gezielt auf den eigenen Plattformen vermarkten lassen.       

Bald wieder bei den Top-Verdienern dabei?

Johansson gehört zu den bestbezahlten Hollywoodstars. Zeitweise führte sie die "Forbes"-Liste der am meisten verdienenden Schauspielerinnen an. Zwischen Juni 2018 bis Juni 2019 soll sie den Angaben zufolge vor Steuern 56 Millionen Dollar kassiert haben. Spitzenreiterin der aktuellen Liste ist die Seriendarstellerin Sofia Vergara - ihr Einkommen wird auf 43 Millionen Dollar beziffert. Rang zwei belegt derzeit Angelina Jolie, die mit geschätzten 35,5 Millionen Dollar.        

Auf der aktuellen Liste taucht Johansson nicht unter den Top Ten auf. Legt man allerdings einen Bericht des Branchenportals Deadline zugrunde, dürfte sie bald wieder dazugehören. Demnach geht es bei der Übereinkunft mit Disney um mehr als 40 Millionen Dollar, was allein für den zweiten Platz reichen würde. Bestätigt ist die Summe bislang noch nicht.

    

Die Schauspielerin erklärte, sie sei froh, den Streit mit Disney beigelegt zu haben. Disney-Manager Alan Bergman zeigte sich "zufrieden" über die Einigung und erklärte das Unternehmen freue sich auf die weitere Zusammenarbeit mit dem Star an "einer Reihe von bevorstehenden Projekten".

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk Kultur am 01. Oktober 2021 um 14:30 Uhr.