Paketzusteller während der Weihnachtszeit | REUTERS

Post will Emissionen senken Mehr Pakete sollen im E-Transporter kommen

Stand: 22.03.2021 14:45 Uhr

DHL, der Paketdienst der Post, will bis 2030 sieben Milliarden Euro investieren, um den CO2-Ausstoß seiner Fahrzeuge und Flugzeuge zu reduzieren. Klimaneutral wird der Logistiker damit noch nicht.

Der Logistikriese DHL hat verstärkte Anstrengungen zur Erreichung von Nachhaltigkeits-Zielen angekündigt. In den nächsten zehn Jahren will die Tochter der Deutschen Post sieben Milliarden Euro in die Reduzierung des CO2-Ausstoßes investieren. Die Mittel fließen vorrangig in den Ausbau der emissionsfreien E-Fahrzeug-Flotte und in klimaneutrale Gebäude.

Bis 2030 sollen 60 Prozent der weltweiten Lieferfahrzeuge für die "letzte Meile" elektrisch angetrieben werden. Dann werden für das Unternehmen nach den heutigen Plänen gut 80.000 E-Fahrzeuge auf der Straße sein. 2020 waren es 18 Prozent. Die konzerneigenen Streetscooter dürften dabei allerdings nur eine marginale Rolle spielen.

Bereits im vergangenen Jahr hatte die Deutsche Post entschieden, den Bau dieser Elektrolieferwagen wegen hoher Verluste einzustellen. Weil die Auslieferungen noch bis in dieses Jahr laufen, wird die Bestandsflotte der Fahrzeuge noch von 11.000 auf 15.000 anwachsen. Der Post entstehen durch das Aus der Produktion, voraussichtlich in diesem Jahr, hohe Belastungen. Post-Chef Frank Appel schätzte die Abschreibungen auf 300 bis 400 Millionen Euro.

Noch keine E-Motoren im Luftverkehr

Im Luftverkehr können elektrische Antriebe auf absehbare Zeit noch nicht wirtschaftlich betrieben werden. Deshalb will DHL die Entwicklung und den Einsatz von Kraftstoffen forcieren, die aus nachhaltigen Rohstoffen und erneuerbaren Energien hergestellt werden: Bis 2030 soll mindestens 30 Prozent des Bedarfs in der Luftfracht und im Fernverkehr durch nachhaltige Kraftstoffe abgedeckt werden. Darüber hinaus will der Konzern künftig alle neuen Gebäude klimaneutral errichten.

Dadurch soll der jährliche CO2-Ausstoß des Konzerns von zuletzt 33 Millionen Tonnen CO2 auf unter 29 Millionen Tonnen im Jahr 2030 gesenkt werden - obwohl das Unternehmen stark wächst. Ohne die Maßnahmen würde der Ausstoß von Kohlendioxid bis Ende des Jahrzehnts auf 46 Millionen Tonnen steigen, so DHL. "Wir machen aus unserem gelben Konzern ein grünes Unternehmen", sagte Frank Appel.

Mehr Frauen sollen Führungspositionen besetzen

Bereits 2017 hatte DHL als weltweit erstes Logistikunternehmen das Ziel ausgegeben, seine Treibhausgasemissionen bis 2050 netto auf null zu reduzieren. Ob es dabei bleibt oder das Ziel aufgegeben werden muss, sagte Appel nicht.

Neben dem Ausbau der Nachhaltigkeit will DHL auch die Inklusion und Chancengleichheit weiter fördern. So soll der Anteil weiblicher Führungskräfte im Management von heute 23,2 Prozent bis 2025 auf mindestens 30 Prozent steigen. Auch verpflichtet sich der Konzern, jährlich ein Prozent seines Nettogewinns in seine "Social-Impact"-Programme und -Initiativen zu investieren. Bei dem im vergangenen Herbst gestarteten Programm "GoTrade" will DHL kleinen und mittleren Unternehmen aus Entwicklungsländern Zugang zu globalen Märkten zu verschaffen.