Deutsche Börse AG | picture-alliance/Arne Dedert/dpa

Börsenbetreiber mit guten Zahlen Krisen stärken Geschäft der Deutschen Börse

Stand: 26.04.2022 08:23 Uhr

Die Deutsche Börse hat in den vergangenen Monaten von den hektischen Aktivitäten an den Finanzmärkten profitiert. Der Ukraine-Krieg, aber auch die Unsicherheit wegen steigender Zinsen sorgten für Gewinne.

Eine ganze Reihe von Unsicherheitsfaktoren wie der Ukraine-Krieg haben das Geschäft der Deutschen Börse im abgelaufenen Quartal belebt. Investoren sorgten für ein deutlich gestiegenes Handelsaufkommen.

Handelsvolumina auch bei Rohstoffen gestiegen

Wegen des Kriegs in der Ukraine, aber auch wegen steigender Rohstoffpreise und globaler Lieferengpässe habe die Verunsicherung am Markt zugenommen, so die Deutsche Börse. Das habe zu mehr Handelsvolumen in nahezu allen Anlageklassen - also Aktien, Anleihen und auch Rohstoffen - geführt.

Mehr Investoren hätten zudem ihre Bestände durch den Einsatz von Derivaten abgesichert, auch sie gehören zu den wichtigsten Einnahmequellen der Deutschen Börse. Die Erwartung steigender Leitzinsen in den USA und der Eurozone dürfte zudem auch zu Umschichtungen von Aktien in Rentenpapiere geführt haben.

Ein Drittel mehr Gewinn

Das Frankfurter Unternehmen konnte so im ersten Quartal seine Umsätze um 24 Prozent auf 1,06 Milliarden Euro steigern. Das operative Ergebnis kletterte um 32 auf 687 Millionen Euro. Und der Nettogewinn stieg im Quartal auf 421 Millionen Euro, ein Drittel mehr als im Vorjahr. "Das erste Quartal 2022 lag deutlich über unseren Erwartungen", so Finanzvorstand Gregor Pottmeyer. Vom Unternehmen befragte Experten hatten bei beiden Kennziffern weniger erwartet. Mehr als die Hälfte der Erlöse stammt aus dem neuen Segment "Trading & Clearing", in dem der Konzern unter anderem den Derivate-, Aktien- und Rohstoffhandel bündelt.

Prognose angehoben

Die Deutsche Börse blickt entsprechend positiv auf den Rest des Jahres und hat ihre Prognose für 2022 leicht angehoben. Für das Gesamtjahr 2022 erwartet das Management nun einen Anstieg der Umsätze auf mehr als 3,8 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) soll auf mehr als 2,2 Milliarden Euro zunehmen.

Gemäß seiner mittelfristigen Prognose will der Konzern bis 2023 jährlich um zehn Prozent zulegen - sowohl bei den Nettoerlösen als auch beim operativen Ergebnis. Je zur Hälfte soll das Wachstum aus Übernahmen stammen.

An der Börse dürften die Zahlen der Deutschen Börse gut ankommen. Bereits am Abend kletterten die Kurse des DAX-Mitglieds in nachbörslichen Handel und werden auch am Morgen im XETRA-Handel deutlich im Plus erwartet.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 26. April 2022 um 09:00 Uhr.