Das Logo der Deutschen Bank leuchtet an der Fassade der Konzernzentrale in Frankfurt. | dpa

Starkes Investmentbanking Deutsche Bank macht Milliardengewinn

Stand: 27.01.2022 08:10 Uhr

Zum zweiten Mal in Folge schließt die Deutsche Bank ihr Geschäftsjahr mit Gewinn ab - es ist das beste Ergebnis seit zehn Jahren. Vor allem im Investmentbanking machte das Finanzinstitut ein glänzendes Geschäft.

Die Deutsche Bank hat im Jahr 2021 einen Milliardengewinn erzielt. Der Vorsteuergewinn kletterte gegenüber 2020 von etwa einer Milliarde Euro auf rund 3,4 Milliarden Euro. Unter dem Strich blieb ein Nettogewinn von rund 1,9 Milliarden Euro. Im Gesamtjahr 2020 hatte die Deutsche Bank nach fünf Verlustjahren in Folge mit 113 Millionen Euro erstmals unter dem Strich wieder Gewinn gemacht. Die Erträge stiegen um sechs Prozent auf 25,4 Milliarden Euro. Die Bilanz fiel deutlich besser aus, als Marktbeobachter erwartet hatten.

Größter Gewinnbringer war das Investmentbanking, in dem der DAX-Konzern zum Beispiel mit dem Handel von Anleihen und Währungen Geld verdient. Dabei profitierte Deutschlands größte Bank im Emissions- und Beratungsgeschäft vom weltweiten Fusions- und Übernahmefieber im vergangenen Jahr. Im Heimatmarkt Deutschland habe das Geldhaus 2021 die Position als Marktführer zurückgewonnen, teilte der Konzern mit. Insgesamt nahmen in der Investmentbank die Einnahmen 2021 um vier Prozent zu.

Aber auch im Privatkundengeschäft legten die Erträge leicht zu, während sie in der Unternehmensbank stabil blieben. Die Bank profitierte 2021 auch davon, dass sie deutlich weniger Geld für mögliche Kreditausfälle zurücklegen musste als im ersten Jahr der Corona-Pandemie.

Aktionäre erhalten Dividende

"Alle vier Geschäftsbereiche entwickeln sich wie geplant oder sogar besser, und beim Abbau von Altbeständen sind wir schneller vorangekommen als erwartet", bilanzierte Konzernchef Christian Sewing. Die Fortschritte seien eine gute Basis, um 2022 das Ziel einer Eigenkapitalrendite von acht Prozent zu erreichen.

Die Aktionäre sollen vom Erfolg des Unternehmens profitieren und werden nach einer langen Durststrecke wieder eine Dividende erhalten. Ihnen wurden 20 Cent je Aktie für 2021 in Aussicht gestellt. Letztmalig hatte das Institut für das Geschäftsjahr 2018 eine Dividende von elf Cent gezahlt.

Außerdem kündigte die Bank an, im ersten Halbjahr 2022 eigene Aktien für 300 Millionen Euro zurückkaufen. Dies sei ein erster Schritt hin zu dem Ziel, im Laufe der Zeit fünf Milliarden Euro an die Anteilseigner auszuschütten.

Umbau geht voran

Sewing hatte 2019 einen umfassenden Umbau bei dem Geldhaus eingeleitet. Ganze Abteilungen wurden geschlossen, riskante Teile des Investmentbankings abgestoßen und scharfe Sparmaßnahmen angeschoben. Weltweit sollen rund 18.000 Arbeitsplätze wegfallen.

Die umbaubedingten Kosten lagen 2021 bei 1,5 Milliarden Euro, ein Plus von 21 Prozent zum Vorjahr. Damit seien 97 Prozent aller bis Ende 2022 erwarteten Effekte bereits verarbeitet, erklärte die Bank.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 27. Januar 2022 um 08:00 Uhr in den Nachrichten.