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Keine Schalter-Ausgabe mehr Bargeld ist der Deutschen Bank zu teuer

Stand: 08.06.2022 16:21 Uhr

Kunden der Deutschen Bank werden in Zukunft in den meisten Filialen kein Bargeld mehr am Schalter erhalten. Als Grund wurden die Kosten genannt. Das Personal der Filialen soll sich auf Verkauf und Beratung konzentrieren.

Die Deutsche Bank will mittelfristig die Ausgabe von Bargeld an den Schaltern der meisten Filialen beenden. "In der Zukunft möchte ich kein Bargeld mehr in den Filialen anbieten, denn das Vorhalten von Bargeld verursacht Kosten", sagte der Chef des heimischen Privatkundengeschäfts des größten deutschen Geldhauses, Lars Stoy, bereits Ende Mai auf einer nicht-öffentlichen Investorenkonferenz, wie die Nachrichtenagentur dpa berichtet.

"Die Hauptaufgabe der Filiale ist der Verkauf", sagte Stoy demnach. "Die Beratung der Kunden bei Anlagen, Hypotheken, bis zu einem gewissen Grad bei Konsumkrediten und Versicherungen. Dann werden Filialen auch wieder profitabel sein." Laut den Plänen will das Institut Bargeld nur noch in einigen großen Zentren anbieten. In den meisten Deutsche-Bank-Filialen wird es Scheine dann nur noch aus dem Geldautomaten geben.

Die Deutsche Bank bestätigte die Zitate von Stoy. Eine Sprecherin erklärte, das Geldhaus werde "im Rahmen ihrer strategischen Transformation in Deutschland mittelfristig die Anzahl an persönlichen Bargeldausgaben in Filialen verringern". Dies geschehe "unter Berücksichtigung der jeweiligen Kundennachfrage und des Angebotes an SB-Services vor Ort".

Kunden bezahlen mehr bargeldlos

Mit den Plänen reagiert die Deutsche Bank nach eigenen Angaben auch auf verändertes Kundenverhalten. Beim Bezahlen und dem Umgang mit Bargeld insgesamt sei "ein deutlicher Trend zum bargeldlosen Bezahlen erkennbar". Für die Versorgung mit Bargeld stehe Kundinnen und Kunden ein "flächendeckendes Netz von Geldautomaten" zur Verfügung, zudem könne beim Einkauf in vielen Supermärkten oder an Tankstellen Geld abgehoben werden.

Dorothea Mohn vom Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv), sprach gegenüber dpa von einem "klaren Rückschritt für Verbraucher". "Dort, wo es noch Filialen gibt, sollte der Service am Schalter weiter angeboten werden", forderte die Leiterin Finanzmarkt beim Verbraucherzentrale Bundesverband. "Eine solche Beschränkung des Bargeldes ist nicht im Interesse von Verbrauchern. Die Politik muss auf solche Entwicklungen reagieren und entsprechend gegensteuern." Der leichte Zugang zum Bargeld müsse gesichert sein.

Weniger Filialen, weniger Geldautomaten

In der Bankenbranche ist seit Jahren zu beobachten, dass viele Kreditinstitute nur noch ungern Bargeld am Schalter ausgeben. Viele Banken haben diese personalintensive Dienstleistung für ihre Kunden deutlich teurer gemacht, als Bargeld per Geldautomat zu beziehen.

Gleichzeitig hat sich die Zahl der Bankfilialen in den vergangenen 20 Jahren in etwa halbiert. Auch die Zahl der Geldautomaten war zuletzt rückläufig.