DB Schenker Logistik Hannover Langenhagen  | picture alliance / GES/Marvin Ib

Bilanz vorgelegt Bahn will in die Gewinnzone zurück

Stand: 31.03.2022 12:31 Uhr

Vor allem dank ihrer Logistik-Tochter DB Schenker hat die Deutsche Bahn 2021 ihren Verlust verringern können. Im laufenden Jahr will sie nun Gewinn einfahren - mit einem neuen Infrastrukturvorstand.

Nach einem kräftigen Umsatzwachstum 2021 will die Deutsche Bahn im laufenden Jahr die Zeit der Verluste überwinden. "Wir wollen ab 2022 wieder operativ schwarze Zahlen schreiben. Das ist ein ehrgeiziges, aber erreichbares Ziel", sagte Finanzvorstand Levin Holle anlässlich der Bilanzpressekonferenz.

In dieser Vorhersage seien die Unsicherheiten durch die russische Invasion in die Ukraine aber noch nicht eingeflossen. Angepeilt wird ein Umsatz von mehr als als 48 Milliarden Euro. Bahn-Chef Richard Lutz zufolge ist die Bahn gut ins Jahr gestartet und es wurden mehr Fahrgäste und Güter als im Vorjahreszeitraum befördert.

Umsatzrekord im vergangenen Jahr

Bereits im vergangenen Jahr verringerte die Bahn ihren Verlust dank ihrer gewinnträchtigen Logistik-Tochter Schenker deutlich. Der Fehlbetrag reduzierte sich auf 900 Millionen Euro - nach 5,7 Milliarden Euro im Coronajahr 2020. Auch der Betriebsverlust (Ebit) ging von 2,9 Milliarden Euro auf 1,6 Milliarden Euro zurück.

Zudem vermeldete der Konzern unter anderem wegen gestiegener Passagierzahlen einen Umsatzrekord. Die Einnahmen kletterten demnach um 18,4 Prozent auf zuvor nie erreichte 47,3 Milliarden Euro. Rund 82 Millionen Reisende hatten 2021 die Fernverkehrszüge genutzt und damit rund eine Million mehr als im Vorjahr - trotz der Flutkatastrophe im Ahrtal und in Nordrhein-Westfalen sowie ungeachtet der Streiks der Lokführer-Gewerkschaft GDL.

Das zweite Pandemie-Jahr habe gezeigt, dass die Menschen Bahn fahren wollten, sagte Konzernchef Lutz. "Die Unternehmen wollen mehr Verkehr auf die Schiene verlagern, und die Politik will diesen Weg weiter konsequent unterstützen."

DB Schenker profitierte von hohen Tarifen

In der Bilanz der Bahn glänzt vor allem die Logistik-Tochter Schenker. Das Unternehmen hatte schnell auf die Probleme bei den Lieferketten während der Corona-Krise reagiert und profitierte von den hohen Tarifen vor allem bei der Luft- und Seefracht. So heimste sie zu ihrem 150-jährigen Unternehmens-Jubiläum einen Rekordumsatz von 23 Milliarden Euro ein.

Das dürfte auch die Debatte um einen möglichen Verkauf befeuern. Finanzkreisen zufolge könnte für Schenker ein Erlös von bis zu 20 Milliarden Euro erzielt werden. Das würde dem Mutterkonzern gut tun, der weiter auf einem Schuldenberg von fast 30 Milliarden Euro sitzt. Auch Politiker von FDP und Grünen sprachen sich zuletzt dafür aus.

In Kürze steht bei der Bahn auch eine wichtige Personalveränderung an. Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla verlässt den Staatskonzern Ende April. Als Favorit auf den Posten des früheren Kanzleramtschefs, der auch für das umstrittene Milliarden-Projekt Stuttgart 21 zuständig war, gilt Berthold Huber. Der jetzige Konzernvorstand für den Personenverkehr, könnte damit die gesamte Infrastruktur aus Netz, Bahnhöfen und Energieversorgung verantworten.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 31. März 2022 um 12:15 Uhr.