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Wirkungsloses Covid-Vakzin CureVac wagt den Neuanfang

Stand: 19.11.2021 10:40 Uhr

Das Rennen um einen wirksamen Impfstoff gegen Covid-19 hat CureVac lange verloren. Dennoch verfolgt das Tübinger Biotech-Unternehmen weiter das Ziel, ein neues Vakzin zu entwickeln.

Von den bevorstehenden Booster-Impfungen gegen Corona wird das Tübinger Biotech-Unternehmen CureVac nicht profitieren, da es nach dem Rückzug eines ersten, nur schwach wirksamen Impfstoffs über kein neues Vakzin verfügt. Aufgeben will CureVac aber nicht. Gemeinsam mit seinem britischen Partner GlaxoSmithKline (GSK) fokussiert sich das Management nun auf die Entwickung eines neuen Impfstoffs.

"Während der weltweite Kampf gegen SARS-CoV-2 andauert, liegt unser Fokus darauf, eine neue Generation von Impfstoffen zu entwickeln", sagte Firmenchef Franz-Werner Haas anlässlich der Vorlage der neuesten Quartalszahlen. Danach hat das börsennotierte Unternehmen, an dem auch der Bund beteiligt ist, in den Sommermonaten einen Verlust von 143 Millionen Euro angehäuft, bei einem Umsatz von 29,3 Millionen Euro. Hauptgrund seien höhere Forschungs- und Entwicklungskosten für CVnCoV, den Covid-19-Impfstoffkandidaten der ersten Generation.

Die Mittel sind da

Dennoch bleiben die Kassen des Unternehmens gut gefüllt. Eigenen Angaben zufolge verfügte CureVac Ende September über gut eine Milliarde Euro. Nun will das Management die Entwicklung einer zweiten Generation von Impfstofffen beschleunigen. "Gemeinsam mit GSK entwickeln wir unsere Technologieplattform weiter, um eine Reihe von innovativen mRNA-Impfstoffen gegen Infektionskrankheiten zu entwickeln, darunter einen endemischen COVID-19-Impfstoff", sagte Haas.

 Bereits im Oktober hatte der Manager seine "feste Absicht" bekundet, dass CureVac gemeinsam mit seinem Partner eine Vorreiterrolle bei der Entwicklung eines neuen, verbesserten Impfstoffs der zweiten Generation einnehmen werde. Nun sagte er, dass es zu dem neuen Impfstoffkandidaten bereits erste "vielversprechende, präklinische Ergebnisse" gebe, die laut einer Studie mit der Harvard Medical School die Vergleichbarkeit mit zugelassenen mRNA-Impfstoffen zeigen. Der zurückgezogene Impfstoff hatte einer finalen Analyse zufolge eine Wirksamkeit von 48 Prozent gegen eine Covid-19-Erkrankung.

Zwei Drittel des Wertes verloren

An der Börse reagieren die Anleger zunächst mit erneuten Kursverlusten, bevor es zu einer leichten Erholung kommt. Für die Aktionäre, darunter die Bundesregierung, hat sich ein Engagement bei CureVac dennoch als Verlustgeschäft entpuppt. Im Vergleich zum Vorjahr verlor die Aktie zwei Drittel ihres Wertes. Damit haben sich 13 Milliarden Euro in Luft aufgelöst. Der Bund war im vergangenen Jahr über die Aufbaubank KfW mit 300 Millionen Euro bei CureVac eingestiegen und hält laut KfW damit einen Anteil von 16 Prozent. CureVac prüft, inwieweit die eingegangenen Verpflichtungen auch auf die Impfstoffkandidaten der zweiten Generation übertragen werden können. Zuletzt ging das Unternehmen davon aus, dass es in den nächsten Monaten in die klinische Entwicklung eintreten könne. Ziel ist, die behördliche Zulassung für die Marktreife eines verbesserten Covid-19-Impfstoffs im kommenden Jahr zu erreichen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 01. Juli 2021 um 13:36 Uhr.