Eine Spritze enthält den Corona-Impfstoff von CureVac | REUTERS

Geringe Wirksamkeit CureVac stoppt seinen Covid-Impfstoff

Stand: 12.10.2021 16:44 Uhr

Das Tübinger Biotechunternehmen CureVac zieht seinen ersten Corona-Impfstoffkandidaten zurück. Dieser hatte in Tests nicht die erhoffte Wirksamkeit erbracht. CureVac will nun ein neues Vakzin entwickeln.

Das Biotechunternehmen CureVac stoppt seinen ersten Corona-Impfstoffkandidaten. Wie das Unternehmen in Tübingen mitteilte, wird das Zulassungsverfahren bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) zurückgezogen.

"Für das pandemische Produkt sind wir zu spät, das Zeitfenster hat sich geschlossen", begründete CureVac-Chef Franz-Werner Haas den Schritt. CureVac werde sich nun auf einen Impfstoff der zweiten Generation konzentrieren, der zusammen mit dem britischen Konzern GlaxoSmithKline entwickelt werde.

EMA beendet Prüfung

Einen förmlichen Zulassungsantrag für den Impfstoffkandidaten CVnCoV gab es nicht, CVnCoV befand sich noch im sogenannten rollierenden Verfahren für eine Zulassung. Die EMA teilte mit, dass sie dieses Verfahren der Prüfung fortlaufend eingereichter Daten zu dem Impfstoff nach einer entsprechenden Benachrichtigung von CureVac nun beendet habe.

Ende Juni hatte CureVac bekanntgegeben, dass die Wirksamkeit seines Impfstoffes CVnCoV der ersten Generation niedriger sei als die einiger anderer Impfstoffe. Das Biotechunternehmen war Anfang Juli davon ausgegangen, dass die EMA den Impfstoff trotz geringer Wirksamkeit zulassen werde.

Lediglich Wirksamkeit von 48 Prozent

Das CureVac-Präparat hatte einer finalen Analyse zufolge eine Wirksamkeit von 48 Prozent gegen eine Covid-19-Erkrankung über alle Altersgruppen hinweg gezeigt. Damit ist es insgesamt deutlich weniger wirksam als einige andere Impfstoffe. Die vorproduzierten Dosen werden laut Haas vernichtet. Um wie viele es sich handelt, wollte er nicht sagen.

An der Börse reagierten die Anleger mit Verkäufen auf die Ankündigung. Die CureVac-Aktien gaben an der Frankfurter Börse mehr als 14 Prozent nach. Seit Jahresauftakt haben sie rund die Hälfte ihres Werts verloren.

Vertrag mit EU wird beendet

Zu den finanziellen Auswirkungen des Ausstiegs aus dem Impfstoff werde sich das Unternehmen in den kommenden Wochen äußern, ergänzte Haas. Der Vertrag mit der Europäischen Union werde beendet, ergänzte er.

Die EU hatte sich insgesamt 405 Millionen Dosen des Corona-Impfstoffs gesichert. Zugleich zeigte sich Haas zuversichtlich, dass ein Zuschuss der EU mit einem Volumen von 450 Millionen Euro nicht zurückgezahlt werden müsse. Dieses Geld habe die Entwicklung des Vakzins gewährleisten sollen.

Mit der Bundesregierung, die Anteile an CureVac hat, sei man im Gespräch. Der Bund war im vergangenen Jahr über die Aufbaubank KfW mit 300 Millionen Euro bei CureVac eingestiegen und hält damit laut KfW einen Anteil von 16 Prozent.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 12. Oktober 2021 um 16:00 Uhr.