Logo des Biotech-Unternehmens CureVac | dpa

Impfstoff-Hersteller Bund schließt Vertrag mit CureVac

Stand: 11.04.2022 17:35 Uhr

Seit dem Stopp des ersten Corona-Impfstoffs war es still um CureVac geworden. Nun arbeitet das Tübinger Unternehmen an einem neuen Vakzin - für das sich der Bund die Option auf Millionen Dosen gesichert hat.

Vor gut sechs Monaten musste das Tübinger Biotech-Unternehmen CureVac einen empfindlichen Rückschlag hinnehmen. Mangels Wirksamkeit wurde der Impfstoffkandidat "CVnCoV" gestoppt und aus dem Zulassungsverfahren zurückgezogen. Seither arbeiten die Schwaben an einem zweiten Anlauf. Zusammen mit dem britischen Pharmariesen GlaxoSmithKline (GSK) will CureVac einen Impfstoff der zweiten Generation entwickeln. Er soll gegen verschiedene Corona-Varianten und auch gegen andere Infektionskrankheiten helfen. Die Phase 1-Studie mit bis zu 210 Probanden ist vor kurzem gestartet. In der zweiten Hälfte dieses Jahres sollen die ersten Daten dazu veröffentlicht werden.

Obwohl es selbst bei positiven Ergebnissen bis zur Zulassung noch lange dauern wird, hat dieser neue Impfstoff bereits einen prominenten Abnehmer gefunden. Die Bundesregierung hat sich im Rahmen eines langfristigen Vertrags, der bis 2029 gilt, 80 Millionen Impfdosen von CureVac und GSK gesichert. Im Anschluss an eine so genannte zweijährige Qualifizierungsphase erhält der Bund Zugang zu CureVacs Produktionskapazität, um die nötige Impfdosen-Menge während der Pandemie oder bei künftigen Corona-Ausbrüchen schnell zur Verfügung stellen zu können.

Verträge des Bundes auch mit vier anderen Firmen

Eine solche Langfrist-Vereinbarung hat die Bundesregierung mit vier weiteren Firmen geschlossen oder will sie schließen: mit BioNTech, Celonic, IDT sowie Wacker/ CordenPharma. Die letzteren drei Firmen haben ebenfalls noch keine Zulassung für ihren Impfstoff.

Die sogenannten Pandemiebereitschaftsverträge wurden von der im Wirtschaftsministerium angesiedelten Taskforce Impfstoffproduktion ausgehandelt. Der Bund zahlt den Unternehmen ab dem vertraglich vereinbarten Zeitpunkt einen jährlichen Betrag dafür, dass sie eine gewisse Produktionskapazität bereit halten und bei Bedarf die vereinbarte Menge Impfstoff produzieren. Der Vertrag mit den fünf Impfstoffherstellern kostet die Steuerzahler insgesamt knapp drei Milliarden Euro.

CureVac-Aktienkurs abgesackt

"Wir haben die Lehren aus der Corona-Pandemie und der anfänglichen Impfstoffknappheit gezogen", sagte Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck zu den Verträgen. Laut Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach soll damit sichergestellt werden, "dass künftig schnell die Bevölkerung mit Impfstoff versorgt werden kann".

Der Bund hat auch als Miteigner ein Interesse daran, der zweite Impfstoffkandidat von CureVac zum Erfolg wird. Aktuell hält er noch 16 Prozent der Anteile am Tübinger Biotech-Unternehmen. Finanziell hat sich das bislang nicht ausgezahlt. Seit dem Rückschlag mit dem ersten Impfstoff-Kandidaten ist der Aktienkurs von CureVac um gut 80 Prozent eingebrochen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 02. April 2022 um 16:41 Uhr.