Eine Kundin scannt den QR-Code der Luca-App zur Kontaktnachverfolgung. | dpa

Kontaktnachverfolgung Macher der Luca-App wollen Preise senken

Stand: 17.01.2022 11:23 Uhr

Hohe Kosten, wenig Abfragen: Nicht alle der 13 Bundesländer, die die Luca-App bislang nutzen, wollen dies auch weiter tun. Doch die App-Macher kommen den Ländern nun entgegen - mit einem neuen Geschäftsmodell und niedrigeren Preisen.

Die Betreiber der Luca-App zur Kontaktnachverfolgung in der Corona-Pandemie sind den Bundesländern in den laufenden Verhandlungen um eine Vertragsverlängerung entgegengekommen.

Demnach müssen sich die Länder nicht mehr für ein volles Jahr auf die Nutzung des Luca-Systems verpflichten, sondern können sich Monat für Monat entscheiden, ob die Gesundheitsämter die Luca-Daten nutzen können, teilte die Betreibergesellschaft Cultur4Life mit.

Gleichzeitig halbierten die Luca-Macher die Kosten: Pro Gesundheitsamt werden künftig 9000 Euro im Jahr fällig statt wie bisher 18.000 Euro. Damit könne die Infrastruktur und Software des Luca-Systems erhalten bleiben, sagte Culture4Life-Geschäftsführer Patrick Hennig.

Heftige Kritik an der Luca-App

Die Luca-App war vor gut einem Jahr mit großen Erwartungen gestartet worden, um die in den meisten Infektionsschutzverordnungen vorgeschriebene Erfassung der Kontaktdaten von Restaurantgästen und Event-Besuchern möglichst datenschutzfreundlich und effizient zu erledigen.

An dem System entzündete sich aber immer wieder heftige Kritik. Luca-Skeptiker stören sich vor allem am Konzept einer zentralen Datenspeicherung. Außerdem bezweifeln sie, dass das Luca-System die Gesundheitsämter tatsächlich wirkungsvoll unterstützen kann. Die Verträge mit 13 Bundesländern - alle außer Sachsen, Thüringen und Nordrhein-Westfalen - hatten bislang ein Jahresvolumen von 20 Millionen Euro.

Bislang hat von den 13 Luca-Vertragsländern nur Schleswig-Holstein eine Kündigung schriftlich ausgesprochen. Auch Baden-Württemberg, Berlin und Brandenburg erwägen diesen Schritt. Bremen entschied sich bereits für den Ausstieg, weil der Einsatz der Luca-App "bei der Kontaktnachverfolgung keinen großen Mehrwert gezeigt" habe, teilte die Bremer Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard mit. "In Bremen wurden nur wenige Abfragen durch das Gesundheitsamt vorgenommen, und somit hat sich das System für uns nicht bewährt", so die Politikerin der Linkspartei.

Luca will Basisversorgung aufrecht erhalten

Hennig erklärte, damit dem Gesundheitsschutz weiterhin maximal gedient sei, wolle Luca den Bundesländern die Flexibilität geben, das System immer dann einzusetzen, wenn sie es brauchen. "Luca wird die Basisversorgung mit der Luca-Technologie in jedem Bundesland langfristig aufrecht erhalten und jedem Bundesland die Möglichkeit geben, jederzeit nach Bedarf das System für einen quasi beliebigen Zeitraum einzusetzen." Eine entsprechende Information sei bereits an die Bundesländer verschickt worden.

Gleichzeitig wolle sich Luca stärker als Partner der Gastronomie und Kulturbranche positionieren. So könne Luca die Ein-Stopp-Lösung werden, um Ticket, Impfstatus und einen unter Umständen erforderlichen Testnachweis vorzulegen.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 17. Januar 2022 um 14:47 Uhr.