Logo der Commerzbank auf einem Schild | dpa

Commerzbank-Aktionär Übernimmt Cerberus die Anteile des Bundes?

Stand: 17.09.2021 09:55 Uhr

Größter Anteilseigner der Commerzbank ist - seit der Finanzkrise - der Bund. Doch das könnte sich nach der Wahl ändern. Im Mittelpunkt von Spekulationen steht ein US-Finanzinvestor.

Von Jan Plate, ARD-Börsenstudio

Seit der Finanzkrise ist der Staat an der Commerzbank beteiligt. Schon seit Langem wird gerätselt, wann der Bund wieder aussteigen könnte. Nun gibt es Spekulationen, nach der Bundestagswahl könnte es relativ schnell konkret werden. Angeblich ist der US-amerikanische Finanzinvestor Cerberus interessiert.

Bund müsste hohe Verluste hinnehmen

Nach dem Staat mit rund 15 Prozent ist Cerberus mit etwa fünf Prozent größter Aktionär bei der Commerzbank. Zuletzt schon hatte Cerberus für Wirbel und Rücktritte von Topmanagern bei der Commerzbank gesorgt. Nun könnte - je nachdem wie die Bundestagswahl ausgeht - Cerberus vielleicht den Staatsanteil an der Commerzbank übernehmen, berichtet das "Handelsblatt". Wichtig ist dabei natürlich auch, wie sich die Wirtschaft in den kommenden Monaten entwickelt - und welchen Preis eine neue Bundesregierung für ihren Anteil haben möchte.

Der Staatsanteil, für den die Bundesregierung damals gut fünf Milliarden Euro bezahlte, ist wegen des Kursverfalls der Commerzbank-Aktie aktuell nur noch etwas mehr als eine Milliarde Euro wert. Der Bund müsste bei einem Verkauf seiner Beteiligung also voraussichtlich hohe Verluste hinnehmen. Dennoch: Wenn sich nach der Bundestagswahl die Parteien sortiert haben, könnte Experten zufolge Anfang nächsten Jahres Bewegung in die Sache kommen.

Cerberus schon länger unzufrieden mit Management

Vor einiger Zeit hatte der Finanzinvestor und Commerzbank-Großaktionär in einem Brief das Management des Geldhauses attackiert. Da hieß es: "Die unausgereiften und mangelhaft umgesetzten Bemühungen des Managements, den Niedergang der Commerzbank zu verhindern, demonstrieren ein Maß an Fahrlässigkeit und Arroganz, das wir nicht länger hinnehmen wollen."