Vagit Alekperov, Vorstandsvorsitzender von Lukoil | imago images/ITAR-TASS

Russischer Erdölkonzern Chef von Lukoil zurückgetreten

Stand: 21.04.2022 15:00 Uhr

Wagit Alekperow, der Chef des zweitgrößten russischen Ölkonzerns Lukoil, ist zurückgetreten. Gründe für die Entscheidung des 71-Jährigen sind bislang nicht bekannt.

Der Chef des zweitgrößten russischen Ölkonzerns Lukoil, Wagit Alekperow, ist von seinem Posten zurückgetreten. Der Konzern veröffentlichte heute eine knappe Mitteilung mit der Information über die Personalie. Danach verlässt Alekperow auch den Aufsichtsrat des von ihm gegründeten Unternehmens. Einen Grund für den Rücktritt gab der Konzern nicht an, auch ein möglicher Nachfolger des 71-Jährigen wurde zunächst nicht benannt.

Alekperows Erdölkonzern, den er 1993 gründete, ist im Gegensatz zu anderen wichtigen russischen Energieunternehmen wie Rosneft und Gazprom kein staatlicher Konzern. Anfang März hatte das Unternehmen ein sofortiges Ende des Militäreinsatzes in der Ukraine gefordert. "Wir setzen uns für die sofortige Beendigung des bewaffneten Konflikts ein und unterstützen voll und ganz dessen Lösung durch den Verhandlungsprozess und mit diplomatischen Mitteln", hieß es in einer Mitteilung vom 3. März.

Sanktionen könnten Grund für Rückzug sein

Alekperow ist laut dem Wirtschaftsmagazin Forbes mit einem Vermögen von rund 10,5 Milliarden Dollar der zehntreichste Mensch in Russland. Vor rund einer Woche hatte Großbritannien den Unternehmer auf eine Sanktionsliste gesetzt. Es wird spekuliert, dass dies ein Grund für seinen Rückzug sein könnte: Bereits mehrere andere russische Geschäftsleute, darunter der Milliardär Wladimir Jewtuschenkow, haben nach Sanktionen Führungspositionen verlassen oder die Kontrolle über ihre Unternehmen aufgegeben.

Bereits vor vier Jahren überlegte der Oligarch öffentlich, wer ihn im Fall seines Ausscheidens aus dem Konzern ersetzen könnte. Damals sagte er lediglich: "Es wird keiner meiner nahen Verwandten sein."

Bislang hält Aekperow 3,12 Prozent des an der Londoner Börse gelisteten Konzerns mit Stimmrecht und weitere 5,43 Prozent der Anteile ohne Stimmrecht. Damit ist der Milliardär kein Mehrheitsaktionär des Ölkonzerns.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 21. April 2022 um 16:00 Uhr.