Logos von Media Markt und Saturn auf einem Verwaltungsgebäude | picture alliance/dpa

Schrumpfende Erlöse Kein frohes Fest für Ceconomy

Stand: 07.02.2022 10:59 Uhr

Das Weihnachtsgeschäft hat die Erwartungen des Elektronikhändlers Ceconomy mit den Ketten Media Markt und Saturn nicht erfüllt. Grund sind die schlechte Stimmung unter den Konsumenten und die Pandemie.

Europas größte Elektronikhandelsketten Media Markt und Saturn haben im Weihnachtsgeschäft deutliche Rückgänge bei Umsatz und Gewinn verbucht. Die Erlöse schrumpften im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2021/22, das bei dem Konzern im Oktober beginnt, auf von 7,5 Milliarden im Vorjahresquartal auf 6,9 Milliarden Euro. Das teilte der Eigentümer der beiden Ketten, der Elektronikhändler Ceconomy, mit.

Für den Start in das neue Geschäftsjahr des Konzerns ist das ein Dämpfer. Auch die Erlöse im Onlinegeschäft gingen zurück - um 16,5 Prozent auf 1,9 Milliarden Euro. Das bereinigte operative Ergebnis sank von 346 Millionen auf 274 Millionen Euro. Unter dem Strich verdiente Ceconomy mit 122 Millionen Euro rund 20 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

Einschränkungen durch die 2G-Regel

Im Weihnachtsgeschäft 2020 hatte es eine Sonderkonjunktur durch eine vorübergehende Aussetzung von Corona-Beschränkungen gegeben. Viele Verbraucher hatten die Gelegenheit zum Shoppen intensiv genutzt. Das war im vergangenen Jahr nicht der Fall: Den stationären Handel belasteten Einschränkungen, etwa die 2G-Regel in Ländern wie Deutschland und Österreich. Diese hätten zu deutlich niedrigeren Kundenfrequenzen geführt, so Ceconomy.

In den Niederlanden und Österreich sei es zudem wieder zu temporären Ladenschließungen gekommen. In Ländern ohne Restriktionen habe Ceconomy ein "stabiles" Geschäft verzeichnet, etwa in Italien.

Hinzu kam eine sinkende Konsumlaune, die auch unter der hohen Inflationsrate gelitten hat. Schließlich sah sich Ceconomy mit Engpässen bei den internationalen Lieferketten konfrontiert. Zwar habe das Unternehmen frühzeitig die Bestände aufgestockt, die Nachfrage habe bei bestimmten Produkten wie Tablets oder Smartphones jedoch nicht gedeckt werden können.

 

Prognose bestätigt, Aktie bricht ein 

Seinen Ausblick bestätigte Ceconomy. Der Konzern erwartet weiter ein leichtes Umsatzplus sowie eine sehr deutliche operative Ergebnis-Verbesserung. "Wir alle sollten uns auf eine gewisse Volatilität einstellen, das ist einfach Teil der neuen Normalität", erklärte Finanzvorstand Florian Wieser. Sobald über die Rahmenbedingungen mehr Klarheit herrschten, werde Ceconomy die Prognose präzisieren.

Die Anleger reagierten mit kräftigen Aktienverkäufen auf den Geschäftsbericht. Der Elektronik-Einzelhändler habe durch die Bank schlechter als erwartet abgeschnitten, hieß es von einem Marktteilnehmer. Volker Bosse, Experte der Baader Bank, meint, das Geschäftsjahr sei schwach gestartet. Die bestätigten Ziele für das Geschäftsjahr seien mit vielen Unsicherheiten behaftet, so der Experte.

Über dieses Thema berichtete BR24 in den Börsenmeldungen am 07. Februar 2022 um 12:51 Uhr.