Die BMW Zentrale in München | REUTERS

Im dritten Quartal BMW steht besser da als Mercedes

Stand: 07.10.2021 15:40 Uhr

Die Halbleiterkrise hat die Autoindustrie voll im Griff. Insbesondere die höherpreisigen Marken schlagen sich dennoch recht gut. Doch auch da gibt es Unterschiede.

Noch immer werden die Automobilhersteller massiv von der Knappheit auf dem Chipmarkt gebremst. Bei den Herstellern wirkt sich das aber durchaus unterschiedlich aus.

BMW hat im dritten Quartal rund 593.000 Fahrzeuge der Marken BMW, Mini und Rolls-Royce verkauft und damit zwölf Prozent weniger als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Wegen des Mangels an Halbleitern habe man die Produktion vereinzelt angepasst, erklärten die Münchner. "Wenngleich der Konzern die Auswirkungen der Engpässe auf Gesamtjahressicht bislang abfedern konnte, sind Effekte auf den Absatz in den kommenden Monaten nicht auszuschließen", hieß es weiter. Die Münchner gehen davon aus, dass im Gesamtjahr wegen der Chipkrise 80.000 bis 100.000 Autos nicht gebaut werden können.

In den ersten neun Monaten stieg der Absatz um 18 Prozent auf gut 1,9 Millionen Fahrzeuge. Besonders deutlich fiel das Plus bei Elektroautos aus: "Seit Jahresbeginn konnten wir den Absatz vollelektrischer Fahrzeuge mehr als verdoppeln" sagte Vertriebsvorstand Pieter Nota. Insgesamt setzte der Konzern fast 60.000 Einheiten ab. Treiber war hier das vollelektrische SUV iX3.

Weniger Autos sind auch nicht schlecht

Weil die Nachfrage das Angebot übersteigt und die Lieferzeiten derzeit lang sind, müssen die Autobauer aber kaum noch Rabatte geben und profitieren daher auf der anderen Seite von anziehenden Preisen bei Neu- und Gebrauchtwagen. BMW hatte daher in der vergangenen Woche seine Gewinnprognose für das laufende Jahr angehoben.

Mercedes fährt hinterher

Beim Stuttgarter Rivalen Mercedes-Benz sind die Probleme der Branche hingegeben stärker zu spüren. Der Konzern hatte von Juli bis September weltweit nur 428.000 Autos der Marke mit dem Stern verkauft. Das waren 30 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Trotz einer weltweit robusten Nachfrage und einem starken Auftragseingang habe der anhaltende Engpass bei Halbleitern die Verkäufe begrenzt, hieß es. Die wacklige Versorgung mit Halbleitern "wird sich voraussichtlich auch in den kommenden Quartalen auf die Produktion und den Absatz auswirken", warnte der Stuttgarter Autokonzern.

Auch bei den leichten Nutzfahrzeugen und der Marke Smart gab es deutliche Rückgänge. Bei den Top-Modellen wie der S-Klasse und auch bei elektrifizierten Antrieben konnte Mercedes allerdings zulegen. Offenbar priorisiert der Hersteller die sehr teuren und margenträchtigen Luxusmodelle in der Produktion.

Im bisherigen Jahresverlauf verbuchte Mercedes-Benz inklusive der Marke Smart und den kleinen Nutzfahrzeugen noch ein Plus von 3,8 Prozent auf 1,86 Millionen Fahrzeuge. Der Absatz von Plug-in-Hybrid- und Elektrofahrzeugen stieg bei Mercedes-Benz in den ersten drei Quartalen des Jahres auf einen Rekordwert von gut 184.000 Einheiten.

Warten auf Audi

Als Dritter im Bunde der gehobenen deutschen Autohersteller will die Ingolstädter VW-Tochter Audi ihre Absatzzahlen erst am 29. Oktober zusammen mit den Finanzzahlen veröffentlichen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 07. Oktober 2021 um 12:00 Uhr.