BMW X1

Neue Elektroautos BMW beschleunigt Umstieg auf E-Modelle

Stand: 17.03.2021 10:11 Uhr

Ab 2030 soll jeder zweite weltweit verkaufte BMW vollelektrisch sein. Auch in der Produktion verspricht der Münchner Autobauer Nachhaltigkeit: Konzernchef Zipse will die "grünsten Fahrzeuge" bauen.

Bei BMW gilt zunehmend das Motto "Electric first". Der Autobauer kündigte am Mittwoch an, die Stromlimousine i4 drei Monate früher als bislang geplant auf den Markt zu bringen. In den kommenden Jahren sollen vollelektrische Versionen der volumenstarken Modelle 5er und X1 folgen.

Bereits 2023 sollen etwa 90 Prozent der Marktsegmente auch mit vollelektrischen Modellen abgedeckt werden. Ende 2025 wollen die Münchner etwa zwei Millionen Elektro-BMW an ihre Kunden ausgeliefert haben. Das entspricht einer Verzehnfachung im Vergleich zum Jahr 2020. Ab 2030 soll jeder zweite weltweit verkaufte BMW vollelektrisch sein.

Mini wird zur vollelektrischen Marke

"Der BMW iX und der BMW i4 geben 2021 den Startschuss für unsere Technologie-Offensive: An diesen beiden Fahrzeugen müssen sich E-Autos künftig messen lassen", sagte BMW-Vorstandschef Oliver Zipse.

Eine Vorreiterrolle kommt auch dem Mini zu: 2025 wird BMW zum letzten Mal ein neues Modell mit Verbrenner-Variante auf den Markt bringen - danach folgen nur noch vollelektrische Modelle.

Oliver Zipse, BMW | picture alliance/Tobias Hase/dpa

Will BMW elektrisch umkrempeln: BMW-Chef Oliver Zipse. Bild: picture alliance/Tobias Hase/dpa

CO2-freie Stahlherstellung

BMW-Vorstandschef Oliver Zipse will den CO2-Ausstoß aber nicht nur auf der Straße, sondern über die gesamte Kette von den Rohstoffen über die Fabrik bis zum Recycling in den kommenden zehn Jahren um ein Drittel senken. Sein Konzern wolle "die grünsten Fahrzeuge" bauen.

Bereits in der Vorwoche hatte BMW angekündigt, bei der Stahlproduktion für seine Automobile künftig nachhaltiger zu werden. Über seinen Venture-Capital-Fonds BMW iVentures investiert das Unternehmen in ein innovatives Verfahren zur CO2-freien Stahlherstellung, welches das US-Startup Boston Metal entwickelt hat. Boston Metal will das neue Verfahren in den kommenden Jahren für die Stahlproduktion im industriellen Maßstab ausbauen.

Überdies soll das Stammwerk im Münchner Norden komplett umstrukturiert werden. Auf der Fläche des heutigen Motorenbaus entsteht bis 2026 eine neue Fahrzeugmontage, die für die neue, auf elektrische Antriebe ausgerichtete Architektur ausgelegt sein wird. Rund 400 Millionen Euro investiert das Unternehmen in diesen Umbau.

Ehrgeizige Jahresziele

Nach einem Gewinneinbruch im Corona-Jahr stellt sich BMW 2021 wieder auf ruhigeres Fahrwasser ein. Die Münchner sagten am Mittwoch ein Plus bei den Auslieferungen von fünf bis zehn Prozent voraus. Die Ergebnismarge - also die Höhe des Gewinns im Verhältnis zum Umsatz - vor Zinsen und Steuern im Kerngeschäft Automobilbau soll bei sechs bis acht Prozent liegen. Vergangenes Jahr war die wichtige operative Marge wegen Belastungen in der Corona-Krise auf 2,7 Prozent abgesackt.

"2021 steht für uns im Zeichen des Wachstums", sagte Finanzchef Nicolas Peter. Das Konzernergebnis vor Steuern soll "deutlich" zulegen - also um mindestens zehn Prozent. 2020 hatten die Münchner noch einen Gewinnrückgang vor Steuern um etwa ein Viertel verbucht.

Aktie plus 100 Prozent in einem Jahr

Ob BMW mit seiner neuen Strategie bei den Kunden punkten kann, muss sich allerdings noch zeigen. An der Börse kommen die Pläne des Autobauers jedenfalls gut an: Die BMW-Aktie stieg kurz nach Handelsauftakt um mehr als drei Prozent auf 82,94 Euro. Bereits am Dienstag erreichte sie ein Plus von 3,5 Prozent.

BMW-Anteilsscheine haben ihre Verluste aus dem Corona-Crash mittlerweile mehr als wettgemacht. Binnen Jahresfrist haben sie ihren Wert verdoppelt.

Über dieses Thema berichtete B5 aktuell am 17. März 2021 um 08:15 Uhr.

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KOMMENTARE

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Miauzi 17.03.2021 • 13:08 Uhr

@Wolfgang GA Zitat: "In

@Wolfgang GA Zitat: "In meiner Erfahrung schließt sich "links" und "konservativ" keineswegs aus. Wie gesagt, ich brauche keine GRÜNEN Oberlehrer." wenn "konservativ" für die Bewahrung des Planeten Erde steht - dann sind sogar Marxisten -> konservativ es muss aber eben eine Balance zw. sozialen und ökologischen Belange gehen... ..leider haben das die "Grünen" komplett aus den Augen verloren das hängt wohl auch mit ihrer zumeist "gut-bürgerlichen" Herkunft zusammen