In einer Kantine eines Logistikzentrums stehen aus Sicherheitsgründen im Zusammenhang mit Covid-19 die Tische auf Abstand. | dpa

Corona-Auflagen in Betrieben Kantinenessen nach 2G-Regel

Stand: 01.11.2021 10:38 Uhr

Großunternehmen wie Bayer und Eon wollen geimpften und nach einer Corona-Infektion genesenen Beschäftigten künftig eigene Kantinenbereiche anbieten. Auch Meetings nach der 2G-Regel sollen teilweise erlaubt sein.

Geimpfte und Genesene sollen künftig in den Kantinen einiger Großunternehmen wieder enger zusammensitzen und ohne Maske und Abstand essen dürfen. Wie die "Rheinische Post" berichtet, gibt es bei dem Leverkusener Chemie- und Pharmakonzern Bayer mehrere Pilotprojekte für Kantinenbereiche nur für Geimpfte und Genesene. Auch der Versorger Eon und der Versicherungskonzern Ergo prüfen nach eigenen Angaben eine vergleichbare Regelung.

Bayer betonte aber wie andere Unternehmen auch, dass Nicht-Geimpfte weiterhin Zugang zu den Kantinen hätten. Beschäftigte, die sich nicht impfen ließen oder keine Auskunft über ihren Impfstatus geben wollten, müssten aber mit Abstandsregeln, Masken und Trennwänden beim Essen leben. Die Maßnahmen werden in enger Zusammenarbeit mit den Betriebsräten geplant, so Bayer. Die von der Zeitung befragten Unternehmen wollen den Angaben zufolge auch die Homeoffice-Quote hoch halten.

2G-Regel auch für Meetings?

Beschäftigte von Bayer sollen sich zudem auf eigene Faust zu Arbeitsgruppen ohne Ungeimpfte zusammentun können. "Selbstorganisierte Gruppen (zum Beispiel in Mehrpersonen- oder Großraumbüros, in Laboren oder Teilbereichen der Produktion) können unter freiwilliger Anwendung der 2G-Regel (geimpft oder genesen) ohne Abstand und Maske zusammenarbeiten oder Arbeitsmeetings in Präsenz-Meetings durchführen", zitiert das Blatt das Unternehmen.

Wegen steigender Corona-Infektionszahlen fordern nach einem Bericht des "Handelsblatts" erste Unternehmen die Politik auf, für Büros und Produktionsstätten eine gesetzliche 3G-Regel einzuführen. Damit hätten nur noch Geimpfte, Genesene oder negativ Getestete Zugang zu den Betrieben.

Unternehmen fordern klare rechtliche Vorgaben

In einer Umfrage der Zeitung unter ausgewählten DAX-Konzernen und großen Familienunternehmen bezog unter anderem der Versicherer Allianz klar Stellung: "Klare rechtliche Vorgaben des Gesetzgebers wären sehr hilfreich." Auch für Vonovia wäre 3G die "vorzugswürdige Lösung", allerdings erschwerten die rechtlichen Rahmenbedingungen die Einführung, zitiert das Blatt den Immobilienkonzern.

Der Autozulieferer Continental plädiert demnach für 3G im Büro als "konsequente Fortführung der öffentlichen Corona-Regelungen". Der Energiekonzern RWE würde "die Einführung eines rechtlichen Rahmens für eine 3G-Regel begrüßen". Der Triebwerkshersteller MTU und der Haushaltsgeräteproduzent Miele fordern den Angaben zufolge bundesweit einheitliche Regelungen.

Über dieses Thema berichtete MDR Aktuell Radio am 01. November 2021 um 10:30 Uhr in den Nachrichten.