Blick auf das Logo des Chemiekonzerns Bayer AG an der Berliner Müllerstraße. | dpa

Corona-Pandemie Bayer will CureVac-Impfstoff produzieren

Stand: 01.02.2021 12:20 Uhr

Noch hat das Tübinger Unternehmen CureVac die Entwicklung seines Corona-Impfstoffs nicht abgeschlossen. Doch wenn es soweit ist, soll die Produktion schnell anlaufen. Dafür steigt der Pharmariese Bayer ins Geschäft ein.

Der Pharmakonzern Bayer steigt in die Produktion eines Corona-Impfstoffs ein. Eingehende Prüfungen hätten ergeben, "dass wir über die erforderlichen Fähigkeiten und Möglichkeiten verfügen, den mRNA-basierten Impfstoff von CureVac herstellen zu können", sagte Bayer-Vorstand Stefan Oelrich.

Das Tübinger Biotechnologie-Unternehmen CureVac befindet sich derzeit noch in der Entwicklung eines Impfstoffs gegen das Coronavirus. Das Mittel soll wie die Vakzine von BioNTech und Moderna auf sogenannten "messenger RNA" (Boten-RNA) basieren.

Ob und wann es CureVac tatsächlich gelingt, einen wirksamen Impfstoff zu produzieren, ist offen. Das Unternehmen selbst rechnet mit einer Zulassung im zweiten Quartal dieses Jahres. Der Hauptinvestor von CureVac, SAP-Gründer Dietmar Hopp, war im vergangenen Jahr mit sehr optimistischen Prognosen aufgefallen - so versprach er etwa, der Impfstoff werde bis zum Herbst 2020 verfügbar sein.

Mindestens eine Milliarde Impfdosen im Jahr 2022

Bereits vor wenigen Wochen hatten Bayer und CureVac eine Kooperation bekanntgegeben. Diese sollte zunächst aber nur Zulassungsarbeiten und andere Dienstleistungen des Großkonzerns für das kleine schwäbische Unternehmen umfassen.

CureVac-Chef Franz-Werner Haas kündigte nun an, die Produktionsmengen durch die erweiterte Zusammenarbeit stark erhöhen zu können. "Zum Ende des Jahres werden wir mehrere hundert Millionen Dosen zur Verfügung haben", sagte Haas. Für das Jahr 2022 seien bisher 600 Millionen Dosen geplant gewesen. Durch Ausweitung des bestehenden Produktionsnetzwerkes würden es nun mindestens eine Milliarde werden.

"Werden Impfstoffe brauchen über den Sommer hinaus"

Auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn begrüßte die Zusammenarbeit beider Unternehmen. Zwar sei CureVac noch auf dem Weg zur Zulassung. Aber: "Wir werden Impfstoffe brauchen über den Sommer hinaus", sagte der CDU-Politiker. Noch sei etwa unklar, ob es Auffrischimpfungen brauche. Außerdem könne es notwendig werden, dass einer der verfügbaren Impfstoffe wegen neuer Mutationen des Coronavirus angepasst werden müsse.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 01. Februar 2021 um 13:00 Uhr.