Fahrgäste steigen in einen Regionalzug der Deutschen Bahn AG (DB) ein. (Archivbild). | dpa

Lokführergewerkschaft GDL Streik bei der Bahn beendet - vorerst

Stand: 13.08.2021 04:52 Uhr

In der Nacht hat die Lokführergewerkschaft GDL ihren Streik planmäßig beendet. Für Reisende bedeutet das Entwarnung - womöglich aber nur kurzfristig. Denn: Die Bundesregierung stellt Bahnfahrer auf einen längeren Streik ein.

Der Streik bei der Deutschen Bahn ist beendet. Der Ausstand der Lokführergewerkschaft GDL kam um 2 Uhr planmäßig zum Abschluss. Das Unternehmen arbeitet nach eigenen Angaben daran, den reibungslosen Betrieb auf allen Linien möglichst schnell wiederherzustellen. Da es allerdings vereinzelt noch zu Einschränkungen kommen könne, werden die Fahrgäste darum gebeten, sich vor Fahrtantritt in den digitalen Auskunftsmedien der Deutschen Bahn zu informieren.

Damit gilt wieder der reguläre Fahrplan. Im Hochlauf heute könne es aber noch zu einzelnen Einschränkungen kommen, hatte die Bahn schon während des Streiks deutlich gemacht. Das kann etwa der Fall sein, wenn Züge zu Betriebsbeginn an anderen Orten stehen. Man arbeite daran, den reibungslosen Betrieb auf allen Linien möglichst schnell wiederherzustellen, hieß es.

GDL will heute Bilanz ziehen

Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer will am Vormittag (11.00 Uhr) in Berlin eine Bilanz ihres Streiks bei der Deutschen Bahn ziehen. Die Solidarität der Mitglieder sei über alle Berufsgruppen hinweg riesengroß gewesen, teilte die Gewerkschaft mit. "Sie alle haben der Deutschen Bahn die Rote Karte gezeigt."

Die Bundesregierung macht Bahn-Reisenden derweil keine Hoffnung auf ein schnelles Ende des Arbeitskampfes. "Ich befürchte, dass es mit kurzfristig entschärfen schwierig wird", sagte der Bahn-Beauftragte Enak Ferlemann. Grund sei, dass es der Lokführergewerkschaft GDL im Hintergrund um politische Ziele gehe. "Deshalb ist meine Vermutung, dass es eine längere Auseinandersetzung geben wird."

Ferlemann: Es geht um den Aufbau der Bahn

Ferlemann sagte, er vermutete, dass es der GDL formal zwar um Löhne, in Wirklichkeit aber auch um das Tarifrecht sowie den Aufbau der Bahn gehe. Die Gewerkschaft wolle die Abtrennung des Schienennetzes vom Konzern, sagte er. "Das sind politische Ziele, für die man eigentlich nicht streiken kann." Man müsse zwar über politischen Themen streiten, politische Streiks seien in Deutschland aber nicht erlaubt.

Ferlemann appellierte an alle, schnell an den Verhandlungstisch zu kommen. "Wobei ich eher glaube, dass es schwierig ist."

GDL: Kollegen sind frustriert und wütend

Die GDL sprach in einer ersten Zwischenbilanz des Streiks von einem Erfolg. "Die Kollegen sind frustriert, sind wütend. Sie machen dies mit der Teilnahme an diesem Arbeitskampf deutlich", sagte Vize-Chef Norbert Quitter. Es liege in der Hand des Bahn-Managements, ob es ein verhandlungsfähiges Angebot gebe oder weiter gestreikt werden müsse.

Der Streik traf gestern den zweiten Tag den Bahnverkehr in Deutschland. Es kam bundesweit zu Zugausfällen und Verspätungen. Dabei war der Osten stärker betroffen als der Westen: Insbesondere in den westdeutschen Regionetzen konnten etwas mehr Züge fahren, weil hier noch mehr beamtete Lokführer ohne Streikrecht ihren Dienst tun. Zudem ist die GDL im Osten besser organisiert.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 13. August 2021 um 06:21 Uhr.