Hand hält Fläschchen mit dem Impfstoff Sputnik V | REUTERS

Corona-Impfstoff Argentinien produziert Sputnik V

Stand: 21.04.2021 08:57 Uhr

Der russische Corona-Impfstoff wird nun auch in Südamerika hergestellt. Argentinien hat mit der Produktion von Sputnik V begonnen. Davon soll der ganze Kontinent profitieren.

Von Ivo Marusczyk, ARD-Studio Buenos Aires

Der russische Impfstoff Sputnik V wird ab sofort auch in Argentinien hergestellt. Nach Angaben des russischen Investmentfonds, der das Vakzin weltweit vermarktet, wurde die erste Tranche in einem Labor in Buenos Aires produziert.

Ivo Marusczyk ARD-Studio Buenos Aires

Produktion für Argentinien und Lateinamerika

Diese Dosen sollen jetzt in Moskau auf ihre Qualität hin kontrolliert werden. Wenn alles gut läuft, könnte im Juni die Produktion in größerem Ausmaß starten. In Argentinien soll dann das Vakzin für die Impfungen im eigenen Land und in anderen Ländern in Lateinamerika hergestellt werden. Die Grundstoffe kommen nach wie vor aus Russland

In weiten Teilen des Kontinents ist Impfstoff immer noch knapp. Nur Chile konnte bereits 40 Prozent seiner Bevölkerung mit wenigstens einer Dosis impfen. In Argentinien wurde auch schon das Vakzin von AstraZeneca in Lizenz hergestellt. Doch bis jetzt kann es nicht eingesetzt werden - die Abfüllung sollte in Mexiko stattfinden, kommt aber nicht voran.

Produktion von Sputnik V

Russland lässt seinen Corona-Impfstoff Sputnik V in mehreren Ländern produzieren, darunter in Indien. Nach Angaben des für die Vermarktung des Vakzins zuständigen russischen Staatsfonds RDIF wurden bis Anfang April Abkommen mit 20 Produzenten in zehn Ländern geschlossen. Dazu gehören Südkorea und China. Laut RDIF gibt es auch Vereinbarungen mit Partnern in Deutschland, Frankreich, Spanien und Italien. Die nationalen Regierungen erklärten aber teilweise, keine Kenntnis von entsprechenden Abkommen zu haben.

Stark steigende Fallzahlen

In Argentinien ist die Zahl neuer Corona-Fälle zuletzt stark gestiegen. Seit Sonntag stuft das Robert Koch-Institut das Land als Gebiet mit hoher Inzidenz ein.

Seit einigen Tagen gilt im Raum Buenos Aires eine Ausgangssperre ab 20 Uhr, Restaurants dürfen eigentlich nur im Freien bedienen. Um die Schließung der Schulen liefern sich die Zentralregierung und die Stadtregierung der Hauptstadt einen heftigen Streit.

Über dieses Thema berichtete MDR aktuell am 21. April 2021 um 12:23 Uhr.