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Auch iPhone-Hersteller mit Lieferproblemen Apple sorgt sich um das Weihnachtsgeschäft

Stand: 29.10.2021 08:35 Uhr

Chipmangel und pandemiebedingte Produktionsausfälle belasten nun auch Apple - und kosten das Unternehmen Milliarden. Im Weihnachtsgeschäft könnte sich die Lage nochmals verschärfen, warnt Konzernchef Cook.

Die Stimmung beim Technologiekonzern Apple ist gedämpft - obwohl Umsatz und Gewinn kräftig angestiegen sind und er den iPhone-Absatz stark steigern konnte. Die Engpässe in den Lieferketten und Corona-Ausfälle in der Produktion hätten den Umsatz im vierten Quartal um rund sechs Milliarden Dollar gedrückt, sagte Konzernchef Tim Cook.

Im laufenden Vierteljahr werde der negative Effekt noch größer sein, warnte Finanzchef Luca Maestri in einer Telefonkonferenz mit Analysten. Auch Cook sagte, die Lage werde sich im Weihnachtsgeschäft noch einmal verschärfen. Die Chipkrise schlage inzwischen auf die meisten Produkte von Apple durch. Das bereits laufende Weihnachtsquartal mit dem neuen iPhone ist traditionell das lukrativste für Apple.

Schwache Aussichten

Ein Blick auf die Zahlen des abgelaufenen vierten Quartals zeigt indes, dass das Geschäft immer noch glänzend läuft und Apple Wachstumszahlen erreicht, von denen andere Konzerne nicht zu träumen wagen: Der Umsatz kletterte, auch dank einer reißenden Nachfrage in China, um 29 Prozent auf 83,4 Milliarden Dollar. Vor allem die iPhone-12-Modelle waren gefragt - ebenso wie Mac-Computer und iPads, da immer mehr Menschen dauerhaft im Homeoffice arbeiten.

Nach Berechnungen der Analysefirma Canalys steigerte Apple den iPhone-Absatz insgesamt um 14 Prozent auf 49,2 Millionen Geräte. Damit holte sich der Konzern den zweiten Rang im Smartphone-Markt zurück. Unter dem Strich verdiente das kalifornische Unternehmen 20,6 Milliarden Dollar - ein Plus von 62 Prozent verglichen mit dem Vorjahresquartal.

Chipmangel bleibt das Hauptproblem

Allerdings hatten Analysten noch bessere Zahlen erwartet und nicht damit gerechnet, dass sich die Probleme so stark auswirken würden. Hinzu kommt, dass die Warnungen von Cook und Maestri Befürchtungen nähren, dass Apple auch im kommenden Quartal die hoch gesteckten Erwartungen enttäuschen könnte. Das zeigt sich in der Börsenreaktion: Die Aktie sank im nachbörslichen Handel um rund fünf Prozent und belastet den gesamten Aktienmarkt.

Auch gegen die Logistikprobleme, die viele Unternehmen plagen, ist Apple nicht immun: "Wir verzeichnen einen erheblichen Anstieg der Transportkosten", sagte Cook. Aber der Konzernchef versucht auch zu beschwichtigen: Die Produktionsausfälle wegen des Corona-Lockdowns seien inzwischen weitgehend behoben. Für den Gegenwind sorge nun fast ausschließlich die Chip-Knappheit. Grundsätzlich seien "so ziemlich alle unsere Produkte betroffen", räumte Cook ein.