LKW mit Prime- und Amazonlogo | picture alliance / ASSOCIATED PR

Einstieg bei US-Start-up Amazon investiert ins autonome Fahren

Stand: 22.06.2021 08:55 Uhr

Der weltgrößte Online-Händler mischt zunehmend im Zukunftsmarkt für autonomes Fahren mit. Mit dem Einstieg beim US-Unternehmen Plus will Amazon Liefer-Lkw selbstständig fahren lassen und damit Kosten sparen.

Der US-Online-Händler Amazon baut sein Know-how im Bereich autonomes Fahren weiter aus. Der Konzern bestellte beim Start-up Plus mindestens 1000 Systeme, mit denen herkömmliche Sattelschlepper automatisiert werden können. Das teilte Plus am Montagabend mit.

Amazon will sich die Technologie des US-Unternehmens aber auch durch einen direkten Einstieg sichern. Der Online-Händler hat eine Option auf den Kauf eines Fünftels der kalifornischen Firma erworben. Der Kaufvertrag mit Plus über die 1000 Systeme für autonomes Fahren bei Lkw läuft bis Ende Januar 2024, wie aus den Unterlagen hervorgeht.

Revolution in der Warenlogistik

Plus kooperiert bereits mit dem LKW-Hersteller Iveco. Das Unternehmen plant die Entwicklung von Sattelschleppern, die rund 1500 Kilometer pro Tag autonom zurücklegen. Damit könnten selbstfahrende Lastwagen zu einem wirtschaftlichen Faktor für die Warenlogistik werden. Plus bereitet zudem gerade seinen Börsengang vor.

Für Amazon ist die Beteiligung ein weiterer Schritt, um seine Liefersysteme zu automatisieren und besser organisieren zu können und um Kosten einzusparen. Laut Experten könnte die Automatisierung bei der Zustellung auf der "letzten Meile" Einsparungen von rund einem Drittel bedeuten. Zudem erschließt sich Amazon mit der Beteiligung an neuen Technologien im Bereich des autonomen Fahrens einen Milliardenmarkt, in dem auch etwa der Internet-Konzern Google mit hohem Einsatz forscht und entwickelt.

Übernahmen sichern Know-how und Kostenvorteile

Amazon gehört bereits der Robotaxi-Entwickler Zoox, der Ende Juni für 1,2 Milliarden Dollar übernommen wurde. Zoox arbeitet an autonomen Taxis und hat Ende 2020 ein erstes "E-Shuttle" vorgestellt. An der US-Westküste werden die Fahrzeuge bereits testweise eingesetzt. Im Jahr 2019 hatte sich Amazon mit 2,7 Milliarden Dollar am US-E-Auto-Hersteller Rivian beteiligt und 100.000 Lieferfahrzeuge bei dem Unternehmen bestellt. Damit will Amazon bis 2040 klimaneutral werden.

Technologisches Rückgrat durch die Amazon-Cloud

Neben Klimazielen und der Einsparung von Kosten im Logistik-Bereich hat der Online-Händler aber auch das Ziel, in der vernetzten Zukunft der Logistik einen möglichst großen Anteil an diesem neuen Markt zu erobern. Als einer der größten Anbieter von Cloud-Diensten über seine Tochter AWS kann Amazon auch das technologische Rückgrat für das autonome Fahren bereitstellen. So nutzen bereits jetzt Lkw-Hersteller wie Daimler Trucks bei der Erprobung autonomer Lkw die Datendienste der Amazon-Tochter.