Eine Angestellte von Aldi sortiert Äpfel | picture alliance/KEYSTONE

Reaktion auf Teuerung Aldi zahlt höheren Mindestlohn

Stand: 26.04.2022 15:32 Uhr

Der Lebensmittel-Discounter Aldi erhöht den Mindestlohn für seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Mit den Lohnsteigerungen will das Unternehmen auf die allgemeine Teuerung in Deutschland reagieren.

Die Welle von Preissteigerungen in Deutschland hat das Management von Aldi zu einer Anhebung des Mindestlohns im Unternehmen bewogen. Das teilte der Lebensmittel-Discounter am Mittag mit.

Der Mindestlohn für die Beschäftigten bei Aldi in den beiden Schwester-Unternehmen Aldi Nord und Aldi Süd soll ab Juni von derzeit 12,50 Euro auf 14 Euro je Stunde angehoben werden. "Alles wird aktuell teurer, und das spüren natürlich auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter", so ein Unternehmenssprecher.

Auch Ausbildungsvergütungen steigen

Aldi Süd hat zudem in einer Presseerklärung mitgeteilt, dass es auch die Ausbildungsvergütung erhöhen wird. Ab August werden die Gehälter für alle Auszubildenden um 100 Euro angehoben: auf 1100 Euro im ersten Jahr, 1200 Euro im zweiten Jahr und 1350 Euro im dritten Jahr. Aldi Nord und Aldi Süd beschäftigen in Deutschland knapp 90.000 Mitarbeiter, rund 5000 Nachwuchskräfte werden in den beiden Konzernen derzeit ausgebildet.

Damit liegt der Mindestverdienst bei dem Discounter nun noch deutlicher über dem gesetzlichen Mindestlohn. Dieser steigt im Juli von derzeit 9,82 Euro auf 10,45 Euro pro Stunde. Im Koalitionsvertrag der Ampel-Regierung haben sich die Parteien auf eine schrittweise Anhebung des Mindestlohns auf zwölf Euro je Stunde geeinigt. Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) will diesen Schritt laut einem aktuellen Gesetzesentwurf bis zum Oktober 2022 gehen. Aldi-Konkurrent Lidl hat in den vergangenen Jahren ebenfalls regelmäßig den Mindestlohn angehoben. Die Lohnuntergrenze bei dem Neckarsulmer Discounter liegt derzeit bei 12,50 Euro.

Druck auf Politik und Tarifparteien

Die weiter drastisch gestiegenen Lebenshaltungskosten in Deutschland dürften den Druck auf die Politik, aber auch auf die Tarifparteien weiter hoch halten. Vor allem wegen gestiegener Energie- und Lebensmittelpreise hatte die Inflation in Deutschland im vergangenen Monat die Marke von sieben Prozent überschritten. Mit einem Energie-Maßnahmenpaket versucht die Bundesregierung derzeit die Folgen der Teuerung abzumildern.

Drastische Teuerungsraten belasten nicht nur die Einkommen in Deutschland. In Großbritannien reagieren deshalb zwei der größten Einzelhändler nicht nur mit Lohnerhöhungen auf die rasant gestiegenen Lebenshaltungskosten, sondern auch mit Preissenkungen.