Airbus A321neo | picture alliance / Dominique Bou

Luftfahrtmesse in Dubai Airbus sammelt drei Großaufträge ein

Stand: 16.11.2021 11:23 Uhr

Auf der Luftfahrtmesse in Dubai hat Airbus bereits drei Großbestellungen an Land gezogen - darunter den größten Auftrag seit Beginn der Corona-Krise. Der Flugzeugbauer rechnet weiter mit steigender Nachfrage.

Die Luftfahrtmesse in Dubai ist für den europäischen Flugzeughersteller Airbus bislang ein voller Erfolg. Schon drei Großaufträge erhielt der Konzern in dem Emirat. Die Fluggesellschaft Jazeera Airways aus Kuwait habe einen Vorvertrag über 28 Maschinen aus der A320neo-Modellfamilie unterzeichnet, teilte Airbus heute mit.

Zum Start der Messe am Sonntag hatte das US-Unternehmen Indigo Partners für seine Billigflug-Beteiligungen Wizz Air (Ungarn), Frontier (USA), Volaris (Mexiko) und Jetsmart (Chile/Argentinien) insgesamt bereits 255 Airbus-Jets aus der A321neo-Reihe bestellt. Darunter sind 29 Exemplare in der neuen Langstreckenversion A321XLR. Dank einer Reichweite von 8700 Kilometern ist die Maschine auch für Flüge von Mitteleuropa über den Atlantik geeignet. Das Geschäft ist die größte Bestellung seit der Ausbruch der Pandemie.

Luftfracht immer beliebter

Gestern kündigte zudem der Flugzeugfinanzierer Air Lease Corporation (ALC) den Kauf von 111 Maschinen an - inklusive der neuen Frachtversion des Airbus-Großraumjets A350, die erst Mitte des Jahrzehnts auslieferungsbereit sein soll. Der Versand von medizinischen Hilfsgütern und persönlicher Schutzausrüstung verschaffte dem Frachtverkehr zu Beginn der Corona-Krise einen Aufschwung, der durch den Boom im elektronischen Handel noch verstärkt wurde.

In jüngster Zeit hatten sich Hersteller in aller Welt zunehmend der Luftfracht zugewandt, um überlastete Häfen, überfüllte Schiffe und Engpässe bei der Beförderung von Lastwagen zu umgehen, die die Lieferung billigerer Güter auf dem Land- und Seeweg verzögert haben. "Wir reagieren auf die Aufforderung zum Wettbewerb auf dem Markt", sagte Airbus-Verkaufschef Christian Scherer auf einer Pressekonferenz. Der Frachtmarkt wird bislang vom US-Rivalen Boeing beherrscht.

Erholung der Luftfahrtbranche in Sicht

Der neueste Deal mit Jazeera Airways auf der Messe, die noch bis Donnerstag läuft, umfasst 20 Jets in der Standardversion A320neo, acht Exemplare der längeren A321neo und die Option auf fünf weitere Maschinen. Nach Listenpreisen haben die 28 Jets einen Gesamtwert von mehr als 3,5 Milliarden US-Dollar (3,1 Milliarden Euro). Allerdings sind bei Flugzeugbestellungen hohe Rabatte üblich.

Fast zwei Jahre lang war der internationale Tourismus aufgrund der Corona-Beschränkungen für Reisende so gut wie lahmgelegt. Fluggesellschaften und auch Hersteller waren schwer getroffen worden. Airbus war nach Ausbruch der Pandemie zeitweise in die roten Zahlen gerutscht. Derzeit zieht das Interesse mit Blick auf die steigende Zahl der Corona-Impfungen und eine schrittweise Normalisierung beim Reisen langsam wieder an.

Auch die aktuellen Bestellungen sind ein deutliches Signal der Erholung in der Luftfahrtbranche, die vorerst anhalten könnte. Denn Airbus rechnet wie sein US-Rivale Boeing für die kommenden zwei Jahrzehnte bis 2040 mit einer weiter steigenden Nachfrage nach Flugzeugen. Weltweit dürften bis dahin etwa 39.000 neue Passagier- und Frachtmaschinen benötigt werden, teilte Airbus in Dubai mit.

Boeing präsentiert erstmals modernen Großraumjet

Dabei gehe es nicht nur um einen weiteren Flottenausbau. Gut 15.000 der neuen Jets dürften nach Einschätzung des Unternehmens ältere und spritdurstigere Maschinen ersetzen. Der Löwenanteil der Nachfrage dürfte laut Airbus mit knapp 29.700 Exemplaren auf die Kurz- und Mittelstreckenjets wie die Airbus-Modelle A320neo und A220 und der Boeing 737 Max entfallen.

Boeing punktete bei den Aufträgen unterdessen mit seinen Frachtflugzeugen. Auf der Messe in Dubai zeigt Boeing darüber hinaus erstmals seinen modernisierten Großraumjet 777X der Öffentlichkeit. Die Maschine ist die Nachfolgerin des Verkaufsschlagers 777 und soll rund zehn Prozent weniger Treibstoff verbrauchen.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 16. November 2021 um 01:38 Uhr.