Elizabeth Holmes, Chefin von Theranos. | REUTERS

Entzaubertes Medizin-Start-up Theranos verliert Laborlizenz

Stand: 08.07.2016 17:03 Uhr

Theranos war ein Star unter den Start-Ups. Jetzt befindet sich das Unternehmen von Elizabeth Holmes im freien Fall. Erst waren nur Zweifel an den Produktversprechen da, jetzt hat die zuständige Aufsichtsbehörde Theranos die Lizenz für Labore in Kalifornien entzogen.

Von Wolfgang Stuflesser, ARD-Studio Los Angeles

Es ist der nächste Schlag für Elizabeth Holmes, Gründerin und Firmenchefin von Theranos: Ihr Unternehmen hat seine Betriebserlaubnis für Labore in Kalifornien verloren, wo Theranos seinen Sitz hat: Und auch sie selbst darf in den kommenden zwei Jahren kein Labor besitzen oder betreiben.

Wolfgang Stuflesser ARD-Studio Los Angeles

Die Aufsichtsbehörde CMS, die für die öffentliche Krankenversicherung Medicare zuständig ist, hatte Unregelmäßigkeiten im Theranos-Labor im kalifornischen Newark festgestellt. Theranos muss eine Geldstrafe zahlen und das Labor binnen 60 Tagen schließen. Die Firma hat angekündigt, diese Zeit nutzen zu wollen, um bestehende Fehler zu beseitigen.

Tests mit wenig Blut, günstigere Preise

Theranos ist der im Moment wohl prominenteste Fall eines einst gehypten und nun entzauberten Start-Up-Unternehmens: Elizabeth Holmes hatte versprochen, medizinische Tests mit deutlich kleineren Blutmengen durchführen zu können, als es bislang üblich ist. Das hätte vor allem Massentests auf Infektionen oder Erbkrankheiten erheblich verbilligen können.

Zwischenzeitlich bewerteten Investoren Theranos mit umgerechnet mehr als acht Milliarden Euro. Doch dann berichtete im vergangenen Herbst das "Wall Street Journal" in einer ganzen Serie von Artikeln über massive Probleme der Theranos-Technologie. Holmes besteht zwar darauf, dass die Technik funktioniere, musste aber einen Teil der Testergebnisse korrigieren. Inzwischen ermitteln auch die US-Börsenaufsicht und die kalifornische Staatsanwaltschaft.

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KOMMENTARE

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der_rico 09.07.2016 • 01:00 Uhr

@inkonjane am 08. Juli 2016 um 21:20

Ach, kommen Sie...ich unterstelle Ihnen, einen PC bedienen zu können, da werden Sie doch wohl auch genug Textverständnis mitbringen, um den Artikel in seiner Gänze erfassen zu können...vorausgesetzt, Sie wollen das. Gute Nacht allerseits wünscht... ...der Rico.