Bezahldienst Square

Dorseys nächster Coup Square bietet Milliarden für Afterpay

Stand: 02.08.2021 14:42 Uhr

Mit dem Bezahldienstleister Square hat Twitter-Mitgründer Jack Dorsey bisher eine Erfolgsgeschichte geschrieben. Jetzt will er die größte Firmenübernahme in der Geschichte Australiens stemmen.

Der US-Bezahldienst Square, der von Twitter-Mitgründer Jack Dorsey geleitet wird, steht vor einer Milliardenübernahme in Australien. Das Fintech bietet 29 Milliarden US-Dollar für den Ratenzahlungsspezialisten Afterpay, wie beide Firmen am Montag mitteilten. Square will den Kaufpreis vollständig in eigenen Aktien bezahlen, könnte aber ein Prozent der Summe auch in bar abgelten. Die Transaktion, die im ersten Quartal 2022 abgeschlossen sein soll, wäre die bislang größte Übernahme eines australischen Unternehmens.

"Zusammen können wir unsere Cash-App- und Verkäufer-Systeme besser miteinander verbinden, um Händlern und Verbrauchern noch überzeugendere Produkte und Dienstleistungen zu bieten", sagte Square-Gründer Dorsey, der auch Chef des Kurznachrichtendienstes Twitter ist. Dorseys in San Francisco ansässiger Bezahldienst Square ist bisher eine Erfolgsgeschichte. Der 2009 gegründete Anbieter verschiedener Dienstleistungen für mobile Zahlungen hat 2019 die Gewinnschwelle erreicht.

Twitter-Mitgründer Jack Dorsey in einem Videocall | picture alliance / CNP/AdMedia

Twitter-Mitbegründer Jack Dorsey will die größte Firmenübernahme in der australischen Geschichte stemmen. Bild: picture alliance / CNP/AdMedia

Ratenzahlung als Alternative zur Kreditkarte

Afterpay ist seit 2014 auf dem australischen Markt tätig und hat bisher noch keine Gewinne erzielt. Das Fintech aus Melbourne bietet Online-Händlern eine Ratenzahlungsfunktion für deren Kunden an: Diese können ihre Käufe bei Abwicklung über Afterpay zinslos in Raten bezahlen. Für die Abwicklung und die Übernahme des Ausfallrisikos erhält Afterpay eine Gebühr von den Online-Händlern. Da das Unternehmen bei rechtzeitigen Zahlungseingängen keine Zinsen verlangt, umgeht es die rechtlichen Vorgaben für das herkömmliche Kreditgeschäft und muss auch die Kreditwürdigkeit der Kunden nicht prüfen.

Diese so genannte BNPL-Option ("Buy-Now-Pay-Later") ist als Alternative zur Nutzung von Kreditkarten gedacht. Entsprechend beliebt ist die Anwendung bei den Online-Kunden. BNPL-Anbieter verzeichnen derzeit hohe Wachstumsraten. Neben Square ist auch PayPal in diesem Geschäft tätig. Kritiker warnen jedoch vor den geringen Schwellen für betrügerische Käufer.