Jeff Bezos vor der Blue Origin Rakete New Shepard

Konkurrenzkampf um NASA-Auftrag Bezos bietet Geld für Neuausschreibung

Stand: 27.07.2021 13:54 Uhr

Unzufrieden mit dem Ausgang einer Ausschreibung, hat Jeff Bezos der NASA Geld geboten, um seinen erfolgreicheren Konkurrenten Elon Musk doch noch auszustechen. Es geht um das erste kommerzielle Mondlandegerät.

Nachdem sich sein Raumfahrt-Unternehmen Blue Origin nicht im Ausschreibungsverfahren für das erste kommerzielle Mondlandegerät durchsetzen konnte, hat Amazon-Gründer Jeff Bezos der US-Raumfahrtbehörde NASA Geld angeboten, um die Chance für einen neuerlichen Wettbewerb zu bekommen. Blue Origin würde unter anderem in diesem und den kommenden beiden Jahren Kosten von bis zu zwei Milliarden Dollar für Entwicklung und Herstellung des Mondlandegeräts übernehmen, wenn die Firma noch einmal gegen den Konkurrenten SpaceX von Elon Musk antreten dürfe, schrieb Bezos in einem am Morgen veröffentlichten offenen Brief an NASA-Chef Bill Nelson.

Mehr noch: Blue Origin verspricht, den Bau eines Mondlandegeräts auf eigene Kosten zu entwickeln - zu einem vorab festgelegten Preis. Zudem bietet das Unternehmen an, alle eventuellen Kostenüberschreitungen bei dieser Mission aus eigener Tasche zu bezahlen. Dabei scheut Bezos auch nicht vor Pathos zurück. "Wir sind überzeugt, dass die NASA jetzt schnell und sicher zum Mond zurückkehren muss, um Amerikas Zukunft im Weltraum voranzutreiben", heißt es in dem Brief. Blue Origin könne ihr dabei helfen.

Bisher keine offizielle Reaktion der NASA

Die Behörde reagierte darauf öffentlich zunächst nicht. Sie hatte sich bei der Ausschreibung im April gegen Blue Origin entschieden und stattdessen SpaceX mit der Entwicklung des ersten kommerziellen Landegeräts beauftragt, das Astronauten zum Mond bringen soll. Der Auftrag mit einem Wert von fast drei Milliarden Dollar ist Teil des sogenannten Artemis-Programms.

Die Unternehmensführung von Blue Origin, mit deren Raumschiff "New Shepard" Gründer Bezos in der vergangenen Woche einen Kurztrip ins All unternommen hatte, hat bereits mehrfach Protest gegen die NASA-Entscheidung eingelegt. Bei der frühestens für 2024 geplanten Mission sollen vier Astronauten mit dem Raumfahrzeug "Orion" in die Mondumlaufbahn gebracht werden, wo zwei von ihnen für den Endanflug zum Mond auf das Landegefährt von SpaceX umsteigen werden. Ziel ist es, ein vollständig wiederverwendbares Start- und Landesystem zu entwickeln, das für Flüge zu Zielen wie dem Mond und dem Mars eingesetzt werden kann.