Auf Lohn- und Gehaltsabrechnungen liegen Euromünzen und Eurogeldscheine

Studie der Böckler-Stiftung Tarifgehälter legten kräftig zu

Stand: 16.01.2015 15:30 Uhr

Arbeitnehmer in Deutschland konnten sich 2014 über ein deutliches Gehaltsplus freuen. Die Tariflöhne stiegen im vergangenen Jahr im Durchschnitt real um 2,2 Prozent an, wie das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung in Düsseldorf erklärte.

Grund dafür seien die relativ hohen Tarifabschlüsse bei einer gleichzeitig niedrigen Inflation von 0,9 Prozent. Nominal sind die Tarife demnach quer über alle Branchen hinweg um 3,1 Prozent gestiegen. Mit 3,5 Prozent am höchsten sei die Steigerung zum Beispiel in den Bereichen private Dienstleistungen oder Sozialversicherung ausgefallen. Im Bereich Energie- und Wasserversorgung sowie im Bergbau hatten die Beschäftigten dagegen nur 1,4 Prozent mehr im Geldbeutel.

Daraus ergibt sich das dritte Jahr in Folge ein reales Wachstum der Tariflöhne - diesmal um 2,2 Prozent nach 1,2 und 0,7 Prozent in den Jahren zuvor. Zuletzt war 2009 eine solch starke Steigerung registriert worden.

Anstieg auch der effektiven Bruttoeinkommen

Neben den Tariflöhnen sind laut WSI auch die effektiven Bruttoeinkommen gestiegen. Sie umfassen auch Einkommen von Beschäftigten, die nicht nach Tarif bezahlt werden. Sie stiegen demnach inflationsbereinigt um 1,8 Prozent im Vergleich zu 2013 an. Insgesamt schlossen die im Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) zusammengeschlossenen Gewerkschaften 2014 in Deutschland Tarife für rund 7,6 Millionen Beschäftigte ab.

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KOMMENTARE

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gradraus 16.01.2015 • 21:44 Uhr

@laaspher

Zunächst: ein Betriebsrat DARF keine Tarifverhandlungen führen. So einfach, wie Sie es hinstellen, ist es also nicht. - Völlige Übereinstimmung dagegen mit Ihrer Bemerkung über die Trittbrettfahrer. Als jahrzehntelang aktiver Gewerkschafter muß ich gestehen: Bei vielen Streiks habe ich insgeheim auf eine Aussperrung gehofft. So eine Maßnahme hätte vielleicht doch zur Erhöhung der Kampfkraft beigetragen. Dennoch gilt die alte Parole: Wer aussperrt, gehört eingesperrt.