Weitgehender Verzicht auf Zölle EU und Südkorea vereinbaren Freihandelsabkommen

Stand: 06.10.2010 13:33 Uhr

EU und Südkorea schließen Freihandelsabkommen
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Südkoreas Handelsminister Jong Hoon und EU-Handelskommissar de Gucht schließen Freihandelsabkommen

Die Europäische Union und Südkorea haben eine weitgehende Abschaffung von Zöllen und die Öffnung ihrer Märkte ab Juli 2011 vereinbart. Zu Beginn eines Gipfeltreffens von EU und Südkorea wurde das Freihandelsabkommen in Brüssel von Südkoreas Staatspräsidenten Lee Myung Bak und EU-Handelskommissar de Gucht unterschrieben. Es ist der erste Vertrag seiner Art zwischen EU und einem asiatischen Land

Mit dem Übereinkommen sollen die Zölle und andere Hindernisse beim Handel zwischen der Gemeinschaft und dem asiatischen Land fallen. Bei Industrie- und Agrarprodukten verzichtet Südkorea auf jährlich 1,6 Milliarden Euro Zölle, die EU auf 1,1 Milliarden Euro. Zugleich wurden die jeweiligen Märkte für Einfuhren und Dienstleistungen geöffnet.

Europaparlament muss zustimmen

Bevor das Freihandelsabkommen in Kraft treten kann, muss das Europaparlament noch dem Vertrag zustimmen. Es muss auch über eine Schutzklausel abstimmen, die die Folgen des Abbaus der Zollschranken mildern könnte. Vor allem Italien hatte Bedenken, dass koreanische Autobauer wie Kia und Hyundai dem heimischen Fiat-Konzern Marktanteile wegnehmen könnten.

Bisher verteuern Zölle die Waren aus Südkorea. Die Importe können damit weniger gut mit europäischen Gütern konkurrieren. Künftig könnten deren Preise fallen. Umgekehrt profitieren europäische Unternehmen davon, dass sie ihre Produkte nun billiger in Südkorea verkaufen können. In Deutschland erhoffen sich Hersteller von Luxusautos und die Fleischindustrie gute Geschäfte in dem asiatischen Land.

Auch Japan will Freihandelsabkommen

Mit dem Abkommen kommt Südkorea der japanischen Regierung zuvor, die ebenfalls ein Freihandelsabkommen mit der EU anstrebt. Ein solcher Vertrag, der Zölle und andere Einfuhrbeschränkungen weitgehend aufhebt, sei ein gemeinsames Ziel beider Seiten, hieß es gestern am Rande des EU-Asien-Gipfels, ASEM, aus der japanischen Delegation in Brüssel.

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