Euro-Münze vor der italienischen Fahne

Bilanz der italienischen Finanzpolizei Tausende Steuerbetrüger aufgeflogen

Stand: 20.08.2013 12:56 Uhr

Knapp 5000 Fälle von Steuerhinterziehung hat die italienische Finanzpolizei seit Januar aufgedeckt - dem Staat entgingen dabei Steuereinnahmen in Milliardenhöhe. Nahezu 1800 von ihnen wurden wegen der Schwere des Betrugs angezeigt.

Von Marcello Bonventre, ARD-Hörfunkstudio Rom

Seit Januar hat die italienische Finanzpolizei knapp 5000 Steuersünder aufgespürt, sie hatten Einkommen in Höhe von 17,5 Milliarden Euro verheimlicht. Mehr als jeder dritte Hinterzieher wurde wegen besonderer Schwere des Betruges angezeigt.

Viele hatten überhaupt keine Steuererklärung abgegeben, erklärte ein Sprecher der Finanzpolizei, der Guardia di Finanza. Obwohl sie als Unternehmer oder als Berufstätige durchaus Geld verdienten, hätte der Fiskus keinerlei Kenntnis von ihrer Existenz gehabt.

Kampf gegen Schwarzarbeit und Produktpiraterie

In zahlreichen Razzien in diesem Jahr deckte die Finanzpolizei außerdem fast 20.000 Fälle von ordnungswidriger Beschäftigung auf, in nahezu der Hälfte der Fälle ging es um Schwarzarbeit, zudem hatten viele Arbeitgeber Migranten und illegale Einwanderer in menschenunwürdigen Verhältnissen arbeiten und leben lassen. Die Finanzpolizisten beschlagnahmten zudem 64 Millionen gefälschte oder gefährliche Produkte, drei Millionen davon trugen zu Unrecht das Siegel "Made in Italy".

Seit einiger Zeit gehen die italienischen Finanzbehörden verstärkt gegen Steuerhinterziehung und Schwarzarbeit vor. Auch auf diese Weise soll die hohe Staatsverschuldung bekämpft werden.

Dieser Beitrag lief am 20. August 2013 um 16:41 Uhr auf NDR Info.

IHRE MEINUNG

KOMMENTARE

Avatar
JonasundderWal 20.08.2013 • 21:23 Uhr

?????

Was schreiben Sie denn da? Hat das hier jemand so behauptet? Im übrigen: Der Euro verursacht sicherlich einige Probleme, die Kapitalkonzentration (auch Geldberge oder Supervermögen genannt) aber erheblich mehr! Kapital verfielfältigt sich näämlich fanz von allein - und solange Banken gerettet werden, gibt es kein korrektiv! Wir sitzen alle in der Zinsfalle. Wenn Schulden durch Steuergelder geschützt werden - also erwirtschaftetes Geld genutzt wird, um Zinsversprechen aus Spekulation einzulösen - ist das schon schlimm genug. Wenn gleichzeitig Arbeit - also Produktivität - stärker besteuert wird als Kapitalerträge (also weitestgehend leistungsloses Einkommen) ahben sie im Zusammenspiek mit Zinswirtschaft eine katastrophale Mischung, die es so übrigens noch nie gegeben hat. Was hat das mit Neid-Nebelkerzen zu tun?