Hauptverwaltung Bankia in Madrid

Prüfer legen Bericht zum Finanzbedarf spanischer Banken vor Im schlimmsten Fall sind es 62 Milliarden Euro

Stand: 21.06.2012 22:49 Uhr

Die angeschlagenen spanischen Banken brauchen laut Gutachten bis zu 62 Milliarden Euro. Dies geht aus zwei Untersuchungen der Beratungsunternehmen Oliver Wyman und Roland Berger hervor. Der Vizegouverneur der spanischen Zentralbank, Fernando Restoy, gab die Ergebnisse der Gutachten bekannt.

Hauptverwaltung Bankia in Madrid

Hauptverwaltung der Bankia in Madrid. Sie ist eine der besonders angeschlagenen Banken.

In dem Gutachten des Beraters Oliver Wyman wird für das Stress-Szenario mit einer Kernkapitalquote von sechs Prozent ein Kapitalbedarf zwischen 51 und 62 Milliarden Euro ausgewiesen. In einem zweiten Gutachten von Roland Berger sind es 51,8 Milliarden.

Offizieller Antrag wohl in den kommenden Tagen

Die Eurogruppe hatte vor knapp zwei Wochen beschlossen, den spanischen Banken Rettungshilfen im Umfang von bis zu 100 Milliarden Euro zur Verfügung zu stellen. Der offizielle Antrag der Regierung in Madrid auf Notkredite von den Europartnern wird für Montag erwartet, sagte der Chef der Eurogruppe, Jean-Claude Juncker, nach Beratungen der Euro-Finanzminister in Luxemburg. Der genaue Betrag für das Programm werde erst nach den Verhandlungen mit den EU-Institutionen feststehen. Die Hilfsgelder sollen demnach zuerst aus dem Euro-Rettungsfonds EFSF und später aus dem dauerhaften Rettungsfonds ESM gezahlt werden, wenn dieser in Kraft getreten ist.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hatte den Finanzbedarf der spanischen Banken auf mindestens 40 Milliarden Euro geschätzt. Ökonomen sprachen von 60 bis 80 Milliarden Euro. Das Euro-Schwergewicht Spanien steht angesichts seiner heftigen Bankenkrise unter dem Druck der Finanzmärkte und muss hohe Risikoprämien für seine langfristigen Staatsanleihen zahlen.

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KOMMENTARE

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meisterraro 22.06.2012 • 02:29 Uhr

Die ganzen Steueroasen müssen ausgehoben

werden, denn wenn die Reichen in allen Ländern ihre Steuern bezahlen, sind die Probleme gelöst. Bisher hat man wenig Mittel diese unsoziale Klientel zu belangen aber das wird sich ändern. So wie bei uns werden überall CDs oder ähnliches auftauchen, die es den Steuerfahndern möglich machen, das zu verfolgen. Dieses unsoziale Milieu, das sich selbst für Elite hält, zeigt sich wieder einmal von seiner hässlichsten Seite. Anstatt dem Gemeinwohl, fühlen sie sich nur sich selbst verpflichtet. Und sie lassen ihr Land lieber bankrott gehen, als wenigstens einen Teil ihres Vermögens den Gesetzen entsprechend wieder abzugeben. Wenn die ihr Denken und Handeln nicht von selbst ändern, werden sie bald dazu gezwungen. Es werden sich Mittel finden, sie zur Verantwortung zu ziehen.