Die Ratingagentur Moody's

Nach der Bitte Spaniens um EU-Kredite Moody's stuft Bonität spanischer Banken ab

Stand: 26.06.2012 00:54 Uhr

Die Ratingagentur Moody's hat die Kreditwürdigkeit von 28 spanischen Banken herabgestuft. Für einzelne Kreditinstitute ging es um bis zu vier Bewertungsstufen nach unten - dies ist ein ungewöhnlich tiefer Fall.

Das Langfrist-Rating der Großbank Banco Santander wurde zum Beispiel von "A3" auf "Baa2" reduziert. Zudem werde eine weitere Herabstufung geprüft. Zu den Betroffenen Häusern zählt auch der Branchenriese BBVA, vor allem aber zahlreiche kleinere Institute. Während die beiden Großbanken nach der Herabstufung immerhin noch eine befriedigende Kreditwürdigkeit besitzen, sind kleinere Regionalbanken auf sogenanntes Ramschniveau abgerutscht.

Die Abstufung wurde unter anderem damit begründet, dass Spanien nicht mehr alleine in der Lage sei, der Finanzbranche zu helfen. Zudem sei mit steigenden Verlusten aus der Immobilienkrise zu rechnen, gab das Unternehmen in New York bekannt.

Es ist das zweite Mal innerhalb von sechs Wochen, dass Moody's spanische Banken herabstuft. Eine schlechtere Bonität kann die Aufnahme von frischem Geld verteuern und erschweren. Zudem kann eine Herabstufung das Vertrauen der Geschäftspartner in eine Bank erschüttern. Die Agentur hatte darüber hinaus auch Spaniens Kreditwürdigkeit im Juni gleich um drei Stufen gesenkt.

Spanien bittet um EU-Kredite

Das Urteil von Moody's steht in Zusammenhang mit der offiziellen Bitte Spaniens an die EU, Kredite aus dem Euro-Rettungsfonds für die notleidende Finanzbranche zur Verfügung zu stellen. Eine konkrete Summe wurde in dem Antrag der spanischen Regierung aber noch nicht genannt. In dem Brief an Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker teile das Wirtschaftsministerium in Madrid mit, die genaue Summe werde zu einem späteren Zeitpunkt feststehen und so groß sein, dass sie den Bedarf decke sowie ein Sicherheitspolster beinhalte. Nach Angaben von Wirtschaftsminister Luis de Guindos sollen die Details für die Rettung des Sektors bis 9. Juli feststehen.

Spaniens Wirtschaftsminister Luis de Guindos

Wirtschaftsminister de Guindos nannte noch keine genaue Summe.

Die Zentralbank des Landes hatte in der vergangenen Woche einen Bedarf von bis zu 62 Milliarden Euro genannt, während die Euro-Länder mit einem nötigen Betrag von bis zu 100 Milliarden Euro rechnen. Diese Summe hatten sie bereits pauschal in Aussicht gestellt. Die Konditionen müssen erst noch mit der Eurogruppe ausgehandelt werden. Dabei geht es neben der Summe um die Höhe der Zinsen und die Rückzahlungsfristen.

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KOMMENTARE

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kado 26.06.2012 • 14:02 Uhr

Einige wollen den gleichen Fehler wiederholen

mit dem Euro sind die Zinsen in vielen Verschwenderländern stark gefallen, die Zinsen von ca. 7% auf etwa 3% für alle, die Droge des billigen Geldes führte zu Verschwendungen, zur jetzigen Krise. Schon wollen einige diesen Fehler mit Eurobonds wiederholen, lernen die es nie? Für uns werden das höhere Zinsen, ca. 47 Mrd mehr, wir haben es ja, damit viele andere so weitermachen können. Nur haben sich dann nicht erst in 9 Jahren, sondern spätestens nach 3 Jahren die Probleme potenziert. Merken denn nur so wenige, alle Rettungen versagten, es geht immer schneller bergab. Die EU überlebt nur mit noch mehr Transfer-Mrd, was es gar nicht geben sollte Haftung für andere Staaten. Ich will keine Schuldenunion, keine Eurokratenmonster, in dem das Geld diktiert. Wer als deutscher Politiker seinen Eid auf die Verfassung bricht, begeht Hochverrat, ich schlage aus Protest schwarze Schleifen an Autoantennen,... vor. Das Tollste ist der Hass nimmt auf die Helfenden zu, viel Spass dann im GR-Urlaub,...