Euro-Symbol vor spanischer Flagge

Trotz Sparpaket und Bankenhilfe Zinsen für spanische Anleihen steigen auf Rekordhoch

Stand: 23.07.2012 11:35 Uhr

Die Lage am Anleihemarkt Spaniens hat sich zu Wochenbeginn abermals deutlich verschärft. Dies geschah trotz des neuen, drastischen Sparpakets in Höhe von 65 Milliarden Euro und der Bankenhilfe in Höhe von 100 Milliarden Euro.

Euro-Symbol vor spanischer Flagge

Euro-Symbol vor spanischer Flagge

Im Zehnjahresbereich erreichte die Rendite mit 7,4 Prozent ein Rekordhoch. Dieses Niveau gilt für Staaten als auf Dauer nicht refinanzierbar. Selbst dreißigjährige Schuldtitel rentieren aktuell nur unwesentlich höher.

Besonders stark verschlechterte sich die Lage in Spanien im zweijährigen Bereich. Hier stieg die Rendite auf bis zu 6,02 Prozent. Fünfjährige Titel legten ähnlich stark zu - auf 7,07 Prozent.

Auch CDS-Prämien legen zu

Unterdessen legten auch die Prämien für Kreditausfallversicherungen (CDS) auf spanische Staatstitel zu und stiegen auf einen Rekordstand. Am Vormittag kostete eine Ausfallversicherung auf fünfjährige Staatsanleihen bis zu 634 Basispunkte. Im Euroraum liegt die CDS-Prämie nur für Staatsanleihen Zyperns und Portugals höher.

Die Entwicklung von CDS-Prämien dient mitunter mehr als der Gradmesser, wie die Märkte die jeweiligen Risiken bewerten, als die Anleihennotierungen selbst. Der CDS-Handel gilt als wenig transparent und verlockt Spekulanten zu riskanten Transaktionen in großem Stil, die wiederum Finanzkrisen verstärken können.

Händler erklärten die abermalige Zuspitzung vor allem mit finanziellen Problemen der spanischen Regionen. Nachdem bereits am Freitag die Region Valencia den spanischen Zentralstaat um Hilfe gebeten hatte, könnten weitere Regionen hinzukommen.

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KOMMENTARE

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fathaland slim 23.07.2012 • 19:25 Uhr

23. Juli 2012 - 18:53 — Pogue Mahone

Tausend Dank für diesen klarsichtigen Kommentar. Sie haben Recht, der Michel fühlt sich in der Opferrolle sehr wohl, denn dann glaubt er ja, er wäre moralisch im Recht wenn er nix abgeben will. Irgendwie müsste es aber auch dem Dümmsten und Verblendetsten auffallen, daß relativer Reichtum und Opferrolle schlecht zusammenpassen. Ich glaube, es ist eher die Angst, den relativen Reichtum zu verlieren, die viele Kommentatoren hier im Forum umtreibt. Aber liebe Leute, laßt euch gesagt sein: wenn das weltweite Finanzsystem zusammenbricht, kann niemand und kein Land seinen finanziellen Wohlstand wahren, denn dann wird offensichtlich, daß Geld nur eine Zahl ohne wirklichen Wert ist. Es sind genügend Waren und Dienstleistungen für alle da, und die stellen die wirklichen Werte dar. Geld ist nur ein Mittel, mit dem die Verteilung geregelt wird, und da läuft gerade etwas gewaltig schief. Und das ist nicht die Schuld der Spanier, der Griechen oder sonstiger wohlfeiler Sündenböcke.