US-Milliarär George Soros

Star-Investor Soros kritisiert deutsche Politik Ja zu Eurobonds - oder raus aus der Währungsunion?

Stand: 10.04.2013 09:57 Uhr

Im Kampf gegen die Euro-Schuldenkrise sollte Deutschland nach Überzeugung von US-Starinvestor George Soros den Widerstand gegen Eurobonds aufgeben - oder aus der Währungsunion austreten. Beides sei für Europa und Deutschland besser, als weiterzumachen wie bisher, sagte er im Center for Financial Studies an der Goethe-Universität Frankfurt.

Die umstrittenen Eurobonds sollen die Zinslast für Krisenstaaten senken. Für Deutschland würde die Kreditaufnahme teurer. Die Bundesregierung lehnt Eurobonds ab. Zuletzt war das Thema von der Agenda der EU verschwunden.

Der frühere EZB-Chefvolkswirt Otmar Issing wies Soros' Vorstoß zurück. Gemeinschaftsanleihen seien demokratisch nicht legitimiert. Mit ihnen würde ein Land neue Staatsschulden mit dem Geld der Steuerzahler in anderen Ländern finanzieren. Soros sieht in Gemeinschaftsanleihen hingegen die Möglichkeit, die Pleitegefahr der Euroländer auszuräumen, was die Finanzierung der Krisenländer verbilligen und die Rückkehr zu Wirtschaftswachstum ermöglichen würde.

Milliardär George Soros gibt Tipps zur Eurokrise
ARD-Morgenmagazin, 10.04.2013, Tom Schneider, HR

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Euro auch ohne Deutschland überlebensfähig?

Der Star-Investor Soros warnte vor der Gefahr der Eurokrise für die EU. Denn die aktuellen Ungleichgewichte seien auf Dauer politisch nicht tragbar. "Das würde die Europäische Union zerstören. Das könnte schon im kommenden Jahr geschehen", meinte er.

Soros betonte weiter, nur ein aktives Deutschland könne die aktuelle Krise überwinden. Das Problem sei, dass Deutschland immer nur so viel wie unbedingt nötig mache, um den Euro zu retten. Das sei ein Fehler, der teuer werden könne. Die Krise werde sich wohl noch vor der Bundestagswahl verschärfen. Bis dahin könne Deutschland schon wie andere Euroländer in einer Rezession sein.

Soros zeigte sich auch überzeugt, dass der Euro auch ohne Deutschland überleben könne. Die Währung würde abwerten, die Wettbewerbsfähigkeit steigen, sagte er: "Europa könnte die drohende Depression verhindern." Auch ohne Deutschland sei die Eurozone niedriger verschuldet als andere Währungsräume.

Kritik an zyprischer Zwangsabgabe

Die Zwangsabgabe auf Sparguthaben bei zyprischen Geldhäusern als Gegenleistung für europäische Hilfszahlungen war nach Soros' Ansicht ein Fehler: "Wenn es nach dem Aufbau einer Banken-Union und einer Rekapitalisierung der Banken geschehen wäre, hätte es eine gesunde Reform sein können." Stattdessen komme sie zu einer Zeit, in der die Branche sehr angeschlagen sei.

"Was passiert ist, untergräbt das Geschäftsmodell der europäischen Banken, die stark von Einlagen abhängen", betonte er. Banken müssten nun für ihre Refinanzierung höhere Risikoprämien bezahlen. Dies belaste finanziell schwächere Institute und Geldhäuser aus den hoch verschuldeten Euro-Staaten überdurchschnittlich. Dadurch werde der Aufbau einer Banken-Union zusätzlich erschwert, fügte Soros hinzu.

Soros ist einer der bekanntesten Hedgefonds-Manager. Der 1930 in Ungarn geborene Investor verwaltet Milliarden-Vermögenswerte. Bekannt wurde er Anfang der 1990er-Jahre, als er massiv gegen das britische Pfund wettete. Das deutsche Vorgehen in der Schuldenkrise hatte er wiederholt attackiert.

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