Schäuble

Schäuble zu Griechenland-Hilfe "Wir handeln im eigenen Interesse"

Stand: 28.04.2010 22:23 Uhr

Finanzminister Schäuble hat die Kredite, die auch Deutschland Griechenland gewähren soll, verteidigt: Die Eurozone als Ganzes werde dadurch stabilisiert, sagte er im Interview mit den Tagesthemen. Insofern handele die Bundesregierung auch im Interesse Deutschlands.

Wie hoch genau Griechenlands Finanzbedarf sein wird, wollte der Minister nicht beziffern: Das wisse derzeit niemand genau, so Schäuble, "weil im Augenblick diese genaue Zahl in den Gesprächen und Verhandlungen zwischen dem Internationalen Währungsfonds und der Europäischen Zentralbank und der EU-Kommission mit der griechischen Regierung ausgehandelt wird".

Garantien mit Ausfallrisiko

Schäuble betonte erneut, dass der Bund zunächst Garantien geben werde: "Die zur Verfügungstellung eines Kredits und die entsprechende Garantie dafür ist keine Kleinigkeit, aber es ist etwas anderes als die Verwendung von Steuergeldern." Dennoch trage man mit der Garantie auch ein Ausfallsrisiko. Darin bestehe die derzeit schwierige Herausforderung, sagte der Finanzminister.

Hilfe für Griechenland gegen einen Domino-Effekt

Bedenken, dass es zu einem Dominoeffekt in Sachen Zahlungsunfähigkeit auf andere europäische Länder kommen könnte, wies Schäuble zum gegenwärtigen Zeitpunkt zurück: Wenn es gelinge, die Zahlungsfähigkeit Griechenlands zu sichern und das Land in die Lage zu versetzen, dass es seine Schulden zurückzahlen könne, dann werde die Spekulationswelle gegen andere Mitgliedsländer der europäischen Währung gar nicht erst "in dem Maß" entstehen. Deshalb sei die Hilfe für Griechenland besonders wichtig: "Würden wir scheitern, dann würde die Spekulation gegen alle Länder der Eurozone zunehmen, und wahrscheinlich auch gegen andere Länder darüber hinaus", sagte Schäuble.