Rubel

Russland kämpft gegen Rubel-Verfall Eine Stütze in Milliardenhöhe

Stand: 12.01.2015 13:46 Uhr

Die russische Zentralbank hat Zahlen vorgelegt, die ihre Maßnahmen gegen den Wertverfall des Rubel im vergangenen Jahr bilanzieren. Zur Stützung der russischen Währung stellte sie 76,1 Milliarden Dollar und 5,4 Milliarden Euro bereit.

Mit einer Kapitalspritze von 22,3 Milliarden Dollar stützte die Zentralbank den Rubel demnach im März, als Russland die zur Ukraine gehörende Halbinsel Krim annektierte. Wegen des dramatischen Falls des Ölpreises sprang sie dem Rubel im Oktober mit 27,2 Milliarden Dollar bei, im Dezember mit weiteren 11,9 Milliarden Dollar. Über die Monate verteilt kommen weitere 14,7 Milliarden Dollar hinzu.

Der Rubel hatte im Laufe des vergangenen Jahres gegenüber dem Dollar 41 Prozent seines Wertes verloren, gegenüber dem Euro 34 Prozent. Der Verfall der russischen Währung hatte sich in den letzten Wochen des Jahres 2014 beschleunigt und für Panik in der Bevölkerung gesorgt. Viele Russen tauschten ihr Erspartes in ausländische Währungen um oder gaben rasch Geld aus. Seither hat sich der Rubel stabilisiert, verharrt aber weiter auf niedrigem Niveau.

Von Öleinnahmen abhängig

Gründe für den Wertverlust der russischen Währung sind die wegen der Ukraine-Krise verhängten Wirtschaftssanktionen des Westens gegen Moskau und der Verfall des Ölpreises. Der russische Staatshaushalt hängt stark von den Einnahmen aus dem Ölgeschäft ab. Im Gesamtjahr 2014 stiegen die Preise in Russland um 11,4 Prozent an. Die Inflation wurde auch vom Embargo angetrieben, das Russland als Reaktion auf die Sanktionen gegen westliche Lebensmittel verhängt hatte.

Vergangene Woche hatte die Ratingagentur Fitch Russland wegen des schlechten Ausblicks auf die niedrigste Investitionsstufe herabgestuft. Die Regierung rechnet mit einem Schrumpfen der Wirtschaft um vier Prozent, sollte der Ölpreis weiter niedrig bleiben.

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KOMMENTARE

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kleinelch 12.01.2015 • 19:34 Uhr

Ölpreis: Run to the Bottom

"Die größte Schande ist eigentlich, dass das Öl weiterhin so billig rausgehauen wird,.." Um das 2°C Klima-Ziel zu halten, innerhalb dessen, Stand heute, mit ca 80% Wahrscheinlichkeit keine eigendynamischen Prozesse stattfinden, die nicht einzufangen sind, dürfen noch 1000 GT CO2 in die Luft (bis 2050 ca 560 Gt). An den Börsen kapitalisiert sind heute fossile Vorräte, die 2700 GT CO2 entsprechen. Die kann man nicht mehr alle verbrennen. Während es bisher Sinn machte, bei Ölpreisverfall weniger zu fördern, um den Preis zu stabilisieren, beginnt jetzt der Run auf die letzten Deponieplätze: Alles muss raus! Denn immer klarer wird: Nicht Peak Oil sondern die Lagerkapazität der Atmosphäre setzt die Verbrauchsgrenze. Ende 2015 droht der Pariser Gipfel. Russland hat relativ hohe Förderkosten, das ist schlecht beim Run to the bottom. Hinzu kommt: Die fossilen Energievorräte werden neu bewertet werden müssen. Gazprom und Co werden wahrscheinlich neu und niedriger bewertet werden müssen.