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Preissenkungen bei fast allen Reiseveranstaltern Die Krise macht den Urlaub billiger

Stand: 21.07.2009 15:53 Uhr

Die Reisepreise sinken bei immer mehr Anbietern. Nach den Branchenführern TUI und Thomas Cook senkt auch die Nummer drei auf dem deutschen Reise-Markt, die Rewe Touristik, für die kommende Wintersaison die Preise bei ihren Pauschalanbietern ITS, Jahn Reisen und Tjaereborg. Dank des Wegfalls der Kerosinzuschläge und der verbesserten Einkaufskonditionen werde das Unternehmen seine Reisen durchschnittlich um fünf Prozent günstiger anbieten, kündigte der Chef der Rewe Touristik GmbH, Rembert Euling, an. Thailand-Urlauber können nach seinen Worten sogar 14 Prozent sparen.

Der Marktführer machte den Anfang

Kundin blättert in Reiseprospekt
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Um durchschnittlich fünf Prozent unter Vorjahr werden im kommenden Winter die Urlaubspreise der meisten Veranstalter liegen.

Den Anfang bei den großen Veranstaltern hatte Branchenprimus TUI gemacht. Reisen im Winterkatalog würden im Schnitt um fünf Prozent billiger, teilte das Unternehmen Ende Juni mit. Auch TUI begründete den Schritt mit günstigeren Konditionen beim Einkauf von Hotelzimmern und gesunkenen Kerosinpreisen. Besonders hoch seien die Preissenkungen auf Langstreckenflügen nach Asien. Urlauber profitierten jedoch auch auf Verbindungen innerhalb Europas und nach Nordafrika von deutlich besseren Konditionen.

Mit derselben Begründung folgte Thomas Cook dem TUI-Beispiel: Über alle Zielgebiete hinweg würden die Preise bei Neckermann Reisen im Schnitt um fünf Prozent und bei Thomas Cook Reisen um durchschnittlich drei Prozent gesenkt. Alltours kündigte ein Minus von sechs Prozent an, Türkei-Spezialist Öger Tours senkt die Preise um sieben Prozent.

Preisdruck auch in der Sommersaison

Strand und Palmen
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Vor allem Fernreisen werden billiger - dank gesunkener Kerosinpreise.

Auch in der laufenden Sommersaison können sich die Reiseveranstalter dem Preisdruck kaum verschließen. "Die Leute werden ihren Urlaub noch buchen, aber sie machen das eben später", hatte Thomas Cook bereits Anfang des Jahres vorausgesagt, als Buchungsrückgänge von 15 Prozent und mehr die Branche erschütterten. Laut einer GfK-Umfrage wollen in diesem Sommer trotz der wirtschaftlichen Unsicherheit aber tatsächlich kaum weniger Menschen verreisen als noch 2008. Dass so viele ihre Entscheidung bis jetzt hinauszögerten, drückte allerdings auf die Preise.

Ähnlich sieht das der Deutsche ReiseVerband (DRV). Nach der Zurückhaltung zu Jahresbeginn sei der Buchungsmotor inzwischen angesprungen, teilte der DRV mit. Die Touristik-Umsätze in den Reisebüros hätten im Juni nur noch ganz knapp unter Vorjahr gelegen. "Es wird in diesem Jahr später als sonst gebucht und auf ein stimmiges Preis-Leistungsverhältnis geachtet", sagte der Präsident des Verbandes, Klaus Laepple.

Sinkende Preise ja - Rabattschlacht nein

Die Zahl der Urlaubsreisen dürfte also insgesamt nur wenig zurückgehen - aber nur, weil mit sinkenden Preisen die Nachfrage hoch gehalten wird. Das funktioniere aber, erläutert NordLB-Analystin Martina Noß, weil sich der Einkauf durch die gestiegene Marktmacht der Konzerne verbilligt habe. "Die Hotels müssen niedrigere Preise akzeptieren."

Urlaubsstimmung
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Die Preise für Urlaub sinken- aber nicht so dramatisch wie nach 2001.

Deshalb haben die Reiseanbieter auch bessere Aussichten als vor sieben Jahren, als die Nachfrage wegen der Terroranschläge in New York am Boden lag. Damals lieferten sich die Touristikfirmen auf Kosten ihrer Gewinne eine regelrechte Rabattschlacht. Auch diesmal müssen sich die Konzerne auf Umsatz- und Ergebnisrückgänge einstellen. So heftig wie im Jahr 2001 wird es aber nicht werden, schätzen Analysten. In Erwartung schlechterer Geschäfte haben die meisten Anbieter bei der Erstellung ihrer Kataloge im vergangenen Herbst deutlich weniger Flugplätze und Hotelbetten fest bestellt. Auf einen Preisverfall wie nach dem 11. September 2001 können die Kunden daher nicht hoffen: "Die Abschläge werden am Ende wohl drei bis vier Prozent betragen - das ist aber wenig im Vergleich zum zweistelligen Minus nach 2001", sagt BHF-Bank-Analyst Nils Machemehl.

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