Geldscheine

Stärkstes Plus seit 2011 Reallöhne steigen wieder

Stand: 24.06.2014 10:59 Uhr

Nach dem leichten Minus im vergangenen Jahr sind die Reallöhne in Deutschland zu Jahresbeginn wieder gestiegen. Sie lagen zwischen Januar und März um 1,3 Prozent über dem Vergleichswert des ersten Quartals 2013. Nach Berechnungen des Statistischen Bundesamts war dies der größte Zuwachs seit dem Jahr 2011.

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Die Reallöhne stiegen nach dem Rückgang 2013 zu Jahresbeginn 2014 wieder.

Die Entwicklung der Reallöhne zeigt, ob die Bürger de facto mehr oder weniger Geld zur Verfügung haben als in der Vergangenheit. Zu diesem Zweck ziehen die Statistiker vom Wert für die Lohnentwicklung die Inflationsrate desselben Zeitraums ab. Zwischen Januar und März kletterten die Löhne um rund 2,6 Prozent. In Westdeutschland lag der Zuwachs bei 2,4 Prozent und in Ostdeutschland bei 3,3 Prozent. Die Verbraucherpreise zogen bundesweit lediglich um rund 1,2 Prozent an. Dank dieser Entwicklung stieg die Kaufkraft der Konsumenten deutlich.

Große Unterschiede zwischen Bundesländern

2013 waren die Reallöhne um 0,1 Prozent gesunken. Das war das erste Minus seit dem Rezessionsjahr 2009. Arbeitnehmer in der Industrie und in Dienstleistungsberufen verdienten im vergangenen Jahr durchschnittlich 19,65 Euro brutto pro Stunde. Innerhalb des Bundesgebiets zeigten sich dabei allerdings deutlich Unterschiede. Die höchsten Stundenlöhne wurden in Hamburg gezahlt, wo die Arbeitnehmer im Schnitt 22,12 Euro verdienten. Die niedrigsten durchschnittlichen Stundenlöhne wurden mit jeweils 15,02 Euro pro Stunde in Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen registriert.

Die Bezahlung der Beschäftigten variierte auch erheblich - abhängig von ihrer Funktion im jeweiligen Betrieb. Arbeitnehmer in leitender Stellung kamen je nach Bundesland auf Brutto-Stundenlöhne zwischen 28,23 Euro (Hessen) und 38,94 Euro (Baden-Württemberg). Bei Facharbeiten waren es zwischen 12,99 Euro (Mecklenburg-Vorpommern) und 18,36 Euro (Bayern und Baden-Württemberg). Ungelernte Arbeitnehmer mussten sich mit Stundenlöhnen zwischen 9,07 Euro (Mecklenburg-Vorpommern) und 13,14 Euro (Baden-Württeberg) begnügen. Sonderzahlungen sind bei all diesen Angaben noch nicht berücksichtigt.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 24. Juni 2014 um 10:30 Uhr.

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KOMMENTARE

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MartinBlank 24.06.2014 • 20:27 Uhr

ungerechte Verteilung

Die ungerechte Verteilung des weltweiten Reichtums hat viele Ursachen. Aber tatsächlich gehören die zu niedrigen Löhne bei den Wenig-Verdienern dazu. Nimmt man die gesamten Löhne, die im Jahre 1980 gezahlt wurden, und vergleicht sie mit dem Jahr 2014, dann erkennt man eine deutliche fallende Tendenz (inflationsbereinigt): Unternehmen konnten z.B. ihre Belegschaft von 100 auf 90 reduzieren, weil durch die IT-Revolution einige Arbeitsplätze wegrationalisiert wurden. Nach der gesamt-gesellschaftlichen Logik müssten die Arbeitgeber in diesem Beispiel eigentlich denselben Lohn auszahlen (d.h., die 90 Arbeiter müssten je 10% mehr verdienen), denn die Gesamtzahl der Menschen hat sich ja nicht verändert. Dieser Ausgleich unterbleibt aber. Da liegt das Problem. Zudem konnten nur die Reichen an Spekulationen verdienen; die Armen haben kein überschüssiges Geld, dass sie in Aktien inverstieren können, und so haben sie vom Euro-Boom nichts abbekommen.