Chiphersteller Qualcomm Milliardenstrafe wegen Apple-Deal

Stand: 24.01.2018 14:08 Uhr

Qualcomm hat Apple Milliarden gezahlt, damit die Firma nicht bei der Konkurrenz kauft. Deshalb brummte die EU-Kommission Qualcomm nun eine Milliardenstrafe auf. Der weltgrößte Chipbauer kündigte Berufung an.

Die EU-Kommission hat den Chiphersteller Qualcomm zu einer Strafe von rund einer Milliarde Euro verdonnert. Das US-Unternehmen habe illegalerweise Konkurrenten aus dem Markt ausgeschlossen, sagte EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager.

Eine Untersuchung habe ergeben, dass Qualcomm "Milliarden von US-Dollar an Apple zahlte, damit Apple nicht bei der Konkurrenz kauft". Konkurrenten seien dadurch in rechtswidriger Weise mehr als fünf Jahre lang vom Markt für sogenannte LTE-Basisband-Chipsätze ausgeschlossen worden.

Unerlaubte Vereinbarung mit Apple

Apple-Logo

Qualcomm hat mit Apple 2011 und 2013 unerlaubte Vereinbarungen geschlossen.

Bei den Zahlungen habe es sich nicht nur um Preisnachlässe gehandelt, sie hätten auch zur Bedingung gehabt, dass Apple in seinen iPhones und iPads ausschließlich Qualcomm-Chips verbaue, sagte Vestager. Eine entsprechende Vereinbarung mit Apple aus dem Jahr 2011 sei zwei Jahre später bis Ende 2016 verlängert worden. Sowohl die Verbraucher als auch der Wettbewerb seien durch das Verhalten des Unternehmens beeinträchtigt worden.

Qualcomm will in Berufung gehen

Qualcomm kündigte an, die EU-Strafe anzufechten. "Wir sind überzeugt, dass diese Vereinbarung nicht gegen die EU-Wettbewerbsregeln verstieß und keine negativen Folgen für den Wettbewerb auf dem Markt oder europäische Verbraucher hatte", erklärte der Chefjurist des Unternehmens, Don Rosenberg. Es werde umgehend ein Berufungsverfahren in Gang gesetzt.

Der Chipkonzern ist auf dem Weltmarkt mit Abstand der größte Anbieter von Prozessorchips für Smartphones und Tablets. Die Geldbuße entspricht 4,9 Prozent des Umsatzes von Qualcomm im Jahr 2017.

Holger Romann, Holger Romann, ARD Brüssel, 24.01.2018 17:51 Uhr

Dieses Thema im Programm: Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 24. Januar 2018 um 12:30 Uhr in den "Hundert Sekunden" sowie in der "Wirtschaft".