Europäische Schuldenkrise Obama fordert Aktionsplan bis zum G20-Gipfel

Stand: 07.10.2011 07:08 Uhr

Die US-Regierung hat die Euro-Zone zur raschen Lösung ihrer Schuldenkrise gedrängt und vor Gefahren für die Wirtschaft in den USA gewarnt. Die Europäer müssten nun "schnell handeln", mahnte Präsident Barack Obama. Bis zum Gipfel der führenden Industrie- und Schwellenländer G20 Anfang November müsse es einen "sehr klaren und konkreten Aktionsplan" geben, der der Aufgabe angemessen sei.

Barack Obama
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Die Schuldenprobleme der Euro-Staaten seien eine "starke Belastung" für das weltweite Finanzsystem, sagte US-Präsident Obama.

Die Schuldenprobleme von Griechenland und anderen Euro-Staaten stellen nach Worten Obamas eine "starke Belastung" für das weltweite Finanzsystem dar. Der Präsident sagte, er stehe in ständigem Kontakt mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Frankreichs Staatschef Nicolas Sarkozy. "Sie sind sich der Herausforderungen bewusst", sagte Obama. Der Präsident zeigte sich "zuversichtlich", dass die Europäer eine Lösung finden würden. Zugleich äußerte er Verständnis dafür, dass "koordiniertes Handeln" im komplizierten europäischen Entscheidungssystem nicht einfach sei.

Auch Finanzminister Timothy Geithner warnte, die Krise im Euro-Raum gefährde die USA. Die Europäer müssten mehr Geld aufwenden, um die Probleme der hoch verschuldeten Euro-Länder zu lösen. "Europa ist so weitgehend und eng mit der Weltwirtschaft und den USA verbunden, dass eine schwere Krise in Europa Vertrauen und Nachfrage massiv beschädigen kann", sagte Geithner bei einer Anhörung im Senat.

Verständnis für Wall-Street-Proteste

Verständnis äußerten Obama und Geithner für die andauernden Anti-Wall-Street-Proteste in den USA. Die Demonstrationen gegen die Macht der Finanzkonzerne seien Ausdruck der Verärgerung über die Finanzkrise, sagte Obama. Jedoch sei ein starker Finanzsektor für das Funktionieren der Wirtschaft unerlässlich, fügte Obama hinzu. Ein von ihm angestrebtes Gesetzesvorhaben werde für eine straffere Aufsicht über den Finanzsektor sorgen.

Neue Demos in mehreren US-Städten

Die Proteste, die im New Yorker Börsenviertel an der Wall Street ihren Anfang nahmen, weiteten sich mittlerweile auch auf andere Städte in den USA aus. Demonstranten versammelten sich unter anderem in Washington, Philadelphia und Houston, um gegen anhaltend hohe Arbeitslosigkeit und die ungleiche Verteilung von Wohlstand zu demonstrieren.

In Deutschland sind ähnliche Aktionen am Samstag kommender Woche in Berlin und Frankfurt geplant.

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