Milch

Supermarktketten senken Preise Milchpreise sacken ab

Stand: 03.11.2014 16:58 Uhr

Die Milchpreise sinken erneut. Die Discounter Aldi Nord und Süd kündigten an, für einen Liter Frischmilch zehn Cent weniger zu verlangen als bisher. Statt 69 Cent kostet demnach eine Tüte Vollmilch nur noch 59 Cent. Der Preis für fettarme Milch sank demnach von 65 auf 55 Cent pro Liter. Weitere Milchprodukte wie Quark und Sahne seien um vier bis sechs Cent billiger geworden, teilten die Supermarktketten mit.

Konkurrenten ziehen nach

Viele Konkurrenten folgten wenige Stunden später und verbilligten ihrerseits Milch und Milchprodukte. "Lidl Deutschland vollzieht die von einem Mitbewerber ausgelöste Preissenkung ebenfalls nach und folgt damit dem Gesamtmarkt", teilte der Discounter Lidl mit. Auch der Discounter Norma senkte eine Reihe von Preisen. Ein Sprecher von Rewe und Penny kündigte an, man werde mit den "jeweiligen Preiseinstiegseigenmarken auf die vom Wettbewerb ausgelöste Preisrunde bei Milch und Fleisch reagieren". Auch Edeka und die Edeka-Tochter Netto-Markendiscount bestätigten Preissenkungen und teilten mit, Einkaufsvorteile an die Kunden weitergeben zu wollen.

Logos der Discounter Aldi Süd und Aldi Nord

Aldi Süd und Aldi Nord läuteten eine weitere Runde von Preissenkungen bei Milch und Milchprodukten ein - aufgrund ihrer Leitfunktion für den Markt zogen viele Wettbewerber prompt nach.

Milcherzeuger reagierten besorgt auf die Entwicklung. Der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter forderte von Bundesagrarminister Christian Schmidt einen Runden Tisch. "Wir steuern wieder auf eine Krise zu", sagte ein Verbandssprecher. Die große Milchproduktion weltweit, die nachlassende Nachfrage chinesischer Kunden sowie die russischen Sanktionen im Zusammenhang mit der Ukraine-Krise drücken demnach die Preise.

Weltmarktpreise seit Jahresbeginn fast halbiert

Nach Angaben der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) halbierten sich Weltmarktpreise für Milchprodukte seit Jahresbeginn nahezu. Allerdings hatten die Erzeuger in Deutschland im vergangenen Jahr auch so viel Geld für ihre Milch bekommen wie noch nie zuvor - der Durchschnittspreis für ein Kilo Milch hatte demzufolge 2013 um 5,8 Cent den Vergleichswert des Jahres 2012 übertroffen. Im März dieses Jahres begann allerdings dann mit den Preissenkungsrunden ein kontinuierlicher Abwärtstrend.

Hand hält Milchtüte vor einem Supermarktregal

2013 hatten die deutschen Erzeuger noch Rekordpreise für Milch erzielt.

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KOMMENTARE

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imhotep1111 03.11.2014 • 18:59 Uhr

Deutsche Probleme

Deutschland ist wohl weltweit das einzige Land, in denen eine lautstarke allzeit medienpräsente Minderheit, den "moralischen" Zeigefinger erhebt, wenn etwas billiger wird. Fakt dürfte sein, trotz Preissenkung wird der Verbraucher nur unwesentlich mehr Milch kaufen. Moralisch würde ich vorschlagen, die Milch z.B. zu Milchzucker zu verarbeiten und an Hungerländer zu verschenken. (Was automatisch zur Moralkeule, der unterstellten Vernichtung der dortigen Milchwirtschaft führen würde.) Im Prinzip könnte auch in einer Marktwirtschaft in Sonderfällen über die zeitweise Einführung einer Preisuntergrenze nachgedacht werden. (was dieser Sache wohl wirkungslos wäre.) Am Ende ziehe ich eine soziale Marktwirtschaft einer wie auch immer gearteten ökologischen Planwirtschaft vor.